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Gothisches ABC-Buch, das ist: Grundregeln des gothischen Styls für Künstler und Werkleute / von Friedrich Hoffstadt
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Dreiecken sechs rautenförmige Räume (oder verschobene längliche Vierecke als Vorbild für alle nach dieser Grund-form gestalteten Schäfte) sich ganz von selbst bilden, deren kürzerer Quer-Durchmcsscr genau diejenige Distanzgiebt, welche, auf die Schastaxenliuic äs der Langhauswcite angewendet, siebenmal, und auf die Schastaxenlinicein des Länqendurchschmtts angewendet, viermal dieselbe einnimmt, so daß also die Eintheilung der Schast-axenlinic 6 s in sieben Theile als kein bloß willkürliches Fußmaaß erscheint, sondern als eine Distanzen-Bestimmung, welche aus den Constructivnslinien der Triangulatur hervorgeht, und aus derselben eben so sichentwickeln läßt wie gewisse Distanzen aus den Constructionslinien der Quadratur, was ich bereits bei Erklärungdes Kirchengrundrisses von Figur 1 (XIV. N.) nachgewiesen habe. Diese letztere Bestimmung der Schaftstärke ausder Quadratur bildet aber eine andere Hauptregel, welche in dem, in Figur 6 des Vorlegeblattcs x,v v im(V °)verkleinerten Maaßstabe wiedergegebenen, S. 65 unter II 5 angeführten, alten Meisterrisse enthalten ist. DieseQuadratur muß man sich, als in dm Chorgrundriß von Figur 1 des Vorlegeblattcs XIV u. hineingezeichnet, denken.

In letzterem Falle entsprechen die Distanzen tz' oder n i'der Chorquadratur in Figur 1 ganz genau der größerenoder kleineren der beiden kleinen Quadraturen, welche in der großen Quadratur Figur 8 (xiv 5.) als verschiedeneMaaß- für verschiedene Schaftstärken, und zwar innerhalb der Umfassungslinien der großen Quadrate enthaltensind Analog nach dieser Art hab- ich in der Triangulatur das vorhin erklärte Maaß der Distanz gefunden, welchefür die Schaftstärke den siebenten Theil der Langhausweite von Schastaxe zu Schaftaxe abgiebt, während diegrößere der beiden kleinen Quadraturen (in der großen Quadratur) siebenmal in der Lichtweite des Chores enthaltenist, mithin ein Verhältniß sich zeigt, welches von dem, aus der Triangulatur hervorgehenden, miik daß bei letzterem zwischen den Schäften im Querdurchschmtte des Langhauses 6 Theile bleiben, und die beidenSchäfte den i-beut-n und achten bilden, bei der Quadratur aber, insofern man die Chorwei.e im Langhause beibe-Hält diese Sichtweite 7 Theile mißt und die beiden Schäfte den achten und neunten bekommen, oder insofern man dieSchäfte wie in Figur 1 (xiv n) auf die Axe der Chormauer stellt, die Langhausweite zwischen 6 und 7 dererwähnten Theile m sich begreift. Die kleinere von den beiden kleinen Quadraturen in Figur 6 (XlV. X.) ist imuntern Ecke nochmals wiederholt, und bedeutungsvoll mit einem Kreise (in Bezug auf die Schaftconstruetionaus dem Kreise) umschlossen, wobei in dem einen Ecke zugleich die Construction der Dienste enthalten ist. Letztere^ ^ i ... . «r^Eblatte XM ir. enthaltenen, kleinen Quadraturen erklärt. Ferner ist bemer-

wurde schon oben bet den, w Vorlegemar^. ^ . '

^ ^ ^ . . . . einander stehenden, klemm Quadraturen dle größere nur durch rhre

kenswerth, daß von den berden, neoen eu.». ' ^ ^ ^ ^

nochmalige Umgebung mit einem Quadrate stärkeren Umstng g°w°nnen ha, und daß ihre Starke noch be eutendergeworden sein würde wenn man diese Quadratur nach Maaßgabe der Art, wie d.e kleinere (Quadratur) zwischenden beiden Quadratur-Linien steht, -onstmkrt hätte, oder wenn man, was dasselbe -st, über das äußerste Quadratder größeren Quadratur nochmals ein Quadrat über Eck gestellt hatte D,e kleinere von den beiden klemm Quadra-turen ist diejenige welche aus der Mauerstärke des Chores gebildet ist, und über welch- nur die Dienste vorstehen.

Die größere der beiden kleinen Quadraturen verhält sich zur kleineren, wie stärkere Schäfte eines Domes zu jeneneiner kleinen Kirche. Uebrigens liegt in der Uebereckstellung eines der Hauptform nach viereckigen Schaftes einMittel, demselben großer- Stärke zu verleihen, indem hierdurch statt einer Seite des Quadrats dessen Diagonal-maaßgebend wird. Beispielsweise führ- ich di°. der Hauptform nach b-°r°ck-q°n, über Eck gestellten Schäfte der

^ ^ ' ««.Vok- cviv bei welchen eme Sette Ihres Vierecks der Distanz der ChorquadraLur in

Oppenhermer Katharmenklrche an, oei w^. . < . - ' ' . - «

Figur 1 (XIV 6) entspricht oder die runden Schafte der Grunberger Kirche, welche Mit ihren vier Dienstengleichfalls über Eck stehende Vierecke bilden, bei welchen eine Seite des Vierecks der Diagonale eines aus vorge-nannter Chorquadratur-Distanz Ix gebildeten Quadrates gleich-st») Zu Vorstehendem dürfte eine, hinreichendenSpielraum gewährende, Grundlage für die Constructwn der Schafte und ihrer Starke, sowie ihrer Starke ,mVerhältniß zur Mauerdicke enthalten sein. Zu demjenigen, was bereits oben, besonders in den Vorlegeblättern II,

VII und vm über die Schastconstructionen vorkommt, will ich hier noch einiges bezüglich der Schaftconstructionaus der Quadratur und Triangulatur nachtragen. Die kleine Quadratur zur Bildung der Schäfte im Kirchen-grundriß von Figur 1 (XIV ») ist in der Figur d »6 1 in vergrößertem Maaßstabe enthalten, wovon schon dvorher die Rede war. Eine andere, einfach- Schastquadratur habe ich in - Figur e n 6 1 gegeben, in welcher der ^

*) Ich trage liier zu dem oben S. 48 (nicht in Folge eigener Anschauung, sondern aus Veranlassung von Abbildungen) über hohle Zwischenräume der rundenDienste an den Schäften des Straßburger Münsters gesagten eme kleine Ber-cht-gung nach, mdem nach e-ner mir freundlichst mitgetheilten Zeichnung des §errn Archi-tccte» Ausschläger in Straßburg (über den Durchschnitt dieser Schafte) sich zwischen den Diensten gar nichts Houlkehlenarnges, sondern vielmehr ausschließlich rechtwinklicheEcken befinden, daher diese Schäfte der untersten oder ältesten Stufe der v.elgl.edngen Schaftordnnug mit über Eck gestellter, viereckiger Hauptform angehören, und dnrcbihren Mangel an Hohlkehlen und das Vorhandensein rechtwmklicher Ecken noch scbr an den Uebcrgangsstyl erinnern, von welchem sie sich jedoch dadurch unterscheidendaß bei letzterem die Hauprform des Stammvierecks mit daransetzten, klemm Halbvlerecken vorherrscht (vergl. daS oben S. 50 hierüber angeführte), während bei denStraßburger Schäften bereits alle Glieder fleh zu einem einzigen, über Eck gestellten, Viereck vereinige!!.

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