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Begriff von der Schönheit solcher Formen geben die, in Fascikel m, Tafel 137 der Uora spornen vonVr. pk. I?r. cle 8i6bo1l1 (fortgesetzt von Dr. ^ 6. Lntsvorum 1842) gegebenen
Beispiele. Hier ist zwar zunächst amerikanisches Nadelholz, doch zugleich auch die gewöhnliche Rothtanne, dieWeißtanne, und die Lerche dargestellt. Unter diesen ist die Weißtanne mit Windungen durchkreuzt, in derenMittelpunkten sich Kreise, und in letzteren als Centrum Punkte befinden welche durch die abgebrochenen Nadelngebildet werden. Diese Windungen erinnern entschieden an die gewundenen gothischen Säulen, und besondersan die, mit Windungen versehenen, Säulenfüße. Die gewundenen Schafte, besonders die um einen geraden Schaftsich herumwindenden Stäbe, haben aber noch besondere Vorbilder in jenen Gewächsen, welche sich rankenartigum einen Stamm herumschlingen, entweder von der rechten zur linken, wie die Winden, oder von der linkenzur rechten, wie der Hopfen. Auch gibt es Baumstämme, bei welchen die Blätter in bestimmten Zahlenverhältnisseneinzeln über einander, aber nach verschiedenen Richtungen, so stehen, daß ihre Anheftungspunkte in einer Schrau-benlinie an dem Stengel herum liegen. So kommen dreiblätterige und fünfblätterige, spiralförmige Blatt-stellungen bei den Aepfelbäumen, und fünfblätterige bei den Johannisbeeren vor. Selbst für gewisse Proportionenoder Progressionen bei besondern Höhenverhältnissen gothischer Aufrisse finden sich Vorbilder in der Natur, wiein den Jahrringen gewisser Pflanzenftengel, besonders der Schilf-und Bambus-Arten. Der Pfefferstengel zeigtz. B. ein geometrisch progressives Verhältniß in seinem Wachsthums. Auch in den Durchschnitten der Saamen-kapseln der Pflanzen sind geometrische Grundsiguren enthalten. Die Schwertlilie hat einen Saamenbehälter,der eine Art von convex geschweiftem Dreieck bildet, während die Saamenkapseln die Form des Dreipasses aus-weisen. Der Saamenbehälter des Pfaffenkäppchens besteht in einem concav geschweiften Vierecke, dessen Kapselneinen Vierpaß enthalten. In den Saamenbehältern der Linden, und in den Kernhäusern der Aepfel zeigen die,im Kreise des Saamenbehälters eingeschlossenen, Saamenkapseln einen spitzbogigen Fünfpaß. In dem kreisrundenSaamenbehälter des Mohnes findet sich in seinen zehn Scheidewänden die Zehntheilung des Kreises. Der Samen-behälter der ^ristoloekia 8iptio ist ein Sechseck, in welchem die Saamenkapseln als eine Art von rund-bogigem Sechspaß stehen. Eben so entschieden zeigen sich geometrische Figuren in der Form der Blätter, in derBlattstellung, und in den Blüthen. Die Blätter des Iudasbaumes, wie der amerikanischen Pappel, sind kreisrund.Die Garten-Melde hat ein Dreieck zum Blatte. Die Schwertbohne und unter den Melden die atriplex vulvnmnhaben ein, über Eck gestelltes, Viereck zum Blatte. Das Blatt des Wiesenklee's, wie des Leberkrauts, bildenentschieden einen spitzbogigen, und das Blatt des Geißklee's und des gelben Sauerklee's einen rundbogigenDreipaß. Zahlreich sind die dreilappigen Blätter, welche sich der Dreipaß-Form mehr oder weniger nähern, wiejene der Bärenklau, der Ackeley, Zuckermelone, des Klee-Windröschens (auewone tiilvim) des Wasserhahnen-fußes u. a. Das ausnahmsweise vierblätterige Kleeblatt, wie auch eine besondere, zur Familie der Farrenkräutergehörige Gattung cryptogamischer Pflanzen: mursileu yunärikoliu genannt, dann der vierblätterige Steinklee,bilden in ihren Blattformen einen rundbogigen Vierpaß (Figur n des Vorlegeblattes HL). Die chalcedonischeAnemone zeigt in der Hauptform ihres Blattes einen spitzbogigen, über Eck gestellten Vierpaß, bei welchem jedereinzelne der vier Blatttheile wieder in vielgliedrige Mehrtheilungen zerfällt, und mithin ein schönes Vorbild fürviereckige Rosetten giebt. Das gemeine Fünffingerkraut bildet einen spitzbogigen Fünfpaß. Die Zahl der, demFünfpaß mehr oder weniger nahe kommenden fünflappigen Blätter ist groß, wie das kleine Fünffingerkraut, derSanikel, der Ahorn, Epheu, Hopfen, die Weinrebe, das Blatt der Iohannistraube, die Zaunrübe. Der Sechspaßzeigt sich in einer Art von Storchschnabel, und in der Sigmarswurz, deren einzelne sechs Blatttheile übrigenswieder in Unterteilungen zerfallen. Der Siebenpaß oder die Siebentheilung des Kreises findet sich im Blatteeiner Art von Storchschnabel, in der gelben Wolfswurz, in der steirischen Chriftwurz, im Wunderbaum; sieben-lappiger Blätter, wie des Eschröschens, nicht zu erwähnen. Die Achttheilung des Kreises ist in den Blättern dersaracenischen Lilie enthalten; die Neuntheilung in den Blättern der schwarzen Nießwurz. Was nun die Blatt-stellung betrifft, so zeigt sich hier die Kreistheilung in jener Art von Gewächsen, bei welchen die Blattanheftungso beschaffen ist, daß die Blätter in gleicher Höhe und gleichen Abständen an den Stengeln herumsitzen, und zwei-,drei-, vier- und mehrblätterigeWirtel bilden. So ist die Dreiteilung des Kreises in dem dreiblätterigen Wirteldes gemeinen Wachholders enthalten. Der vierblätterige Wirtel der Einbeere, der Färberröte und des Meer-krauts bildet einen förmlichen, spitzbogigen Wierpaß. Der fünfblätterige Wirtel der Pefferart besteht in einemspitzbogigen Fünfpaß; der sechsblätterige Wirtel der Kreppart bildet einen spitzbogigen Sechspaß, welcher Formauch die sechsblätterigen Wirtel des Labkrauts, der zahmen Nöthe und des kleinen Weidrichs entsprechen. Dersiebenblätterige Wirtel des Sternleberkrauts und der wilden Rothe zeigt die Siebentheilung des Kreises, und dessenAchttheilung ist in dem achtblätterigen Wirtel des Megerkrauts enthalten. Am wichtigsten aber ist die Inflorescenz