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Gothisches ABC-Buch, das ist: Grundregeln des gothischen Styls für Künstler und Werkleute / von Friedrich Hoffstadt
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209
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6 f des Knaufes oben; die Seite A ki des fernern innern Grundrißquadrats giebt die Ausladungsbreite A desBlumenstengels oberhalb des Gesimses, und die Seite i k des innersten Grundrißquadrats den oberstenDurchschnitt L k des Pflanzenstengels. Die Ausladungsdistanz 3 Ir der großen Blume ist zugleich als Höhen-maaß dreimal im Aufriß aufgetragen, nämlich vom Anfang o bis n oberhalb des Gesimses, von u bis moberhalb der Blume, und von m bis an das Ende 1. Die Grundrißdistanz p y giebt die ganze Knaufhöhe I v,wie die mit letzterer gleiche Höhe d 8 der großen Blume; die Grundrißdistanz y t giebt die Höhendiftanz r nam Knäufe, nämlich vom Anfange r bis zur Linie 6 <1 xx, wo seine Schweifung aufhört. Hierdurch bleiben diekurzen, lothrechten Linien 6 d 1 und xxk von selbst übrig. Die Grundrißdistanz v t giebt die Höhendistanz u ^am Knäufe, nämlich die Entfernung der schon vorher bestimmten Linie 6 ä xx von der mit e 6 ^ bezeichnetenLinie; die Grundrißdistanz t x giebt die unterste Höhendistanz i-^ am Knäufe, oder die Entfernung der schonvorher bestimmten Linie x r von der mit bb ^ bezeichneten. Hierauf nehme die Distanz r trage sie von x nach3 3 und beschreibe aus 3 3 mit der nämlichen Zirkelöffnung die Kreislinie von x nach 1) b. Ziehe ferner ausn 3 eine lothrechte Linie aufwärts bis e e und beschreibe aus d d und e e mittelst Oeffnung des Zirkels nachder Grundrißdistanz K den Kreuzschnitt ff, aus welchem sodann mit der nämlichen Zirkelöffnung die Kreislinievon d b nach e e beschrieben wird. Dann nehme die Distanz vo 6 6 mit dem Zirkel, beschreibe mit dieserZirkelöffnung aus 6 v und 6 6 den Kreuzschnitt 6 e und ziehe aus 6 6 die Kreislinie e e 6 <1,so ist die Conftructiondes Knaufes vollendet. Das Gesims ist auf folgende Art normirt. Die Distanz K k des obersten Gesimsdurch-schnitts giebt die Gesimshöhe u i i. Theile diese Höhe bei k k in zwei gleiche Theile, den obersten für denWasserschlag, und den untersten für die Gliederung. Trage die Grundrißdistanz yKAim Aufriß von i i nachk k, wodurch die Höhe des Plättchens k k k tr von selbst sich findet. Trage ferner die Grundrißdistanz K § vim Aufriß von i L nach 11, wodurch sich die Höhe 11 kk der Fase ergiebt, und trage endlich die Grundrißdistanzx p im Aufriß von i i nach m m, wodurch die Höhe der untersten Fase jimm normirt wird. Trage zuletztdie Distanz nnov (die durch die Linie von u u nach 6 gefunden wird) mit dem Zirkel aus o ound p p nach q y,und beschreibe mit der nämlichen Zirkelöffnung aus dem Kreuzschnitt y y die Hohlkehle des Gesimses. Schließlichbemerke ich noch im Allgemeinen, daß das Verhältniß der Größe, in welchem die Giebel- Fialen- und Kreuz-Blumen zu einander stehen, aus der in Figur 1 des Borlegeblattes xvi gegebenen Wimberge ersichtlich ist.

5. Bildung des Laubwerks für Aapitäle und Kragsteine, so wie für Schafrgestmse.

ereits oben S. 55 war von der Bildung der Schaftkapitäle und Schaftgesimse, S. 58 von den

Gewölbanfängen, und S. 60 von den Kragsteinen die Rede. Auch wurden im Borlegeblatte vm

bereits mehrere Beispiele von Kapitälen, Kragsteinen und Gewölbanfängen gegeben. Zu dem dortVorgetragenen habe ich im Borlegeblatte XXI noch mehrere Beispiele, vornämlich mit Bezug auf die Bildungdes Laubwerks an den betreffenden Stellen hinzugefügt. Was zuerst die eigentlichen Kapitäle betrifft, so wurdenLaubkapitäle von Fialenfäulen bereits in den Figuren 35 des Borlegeblattes vm und 1 des Borlegeblattes XVIgegeben. Die Figur 34 des Borlegeblattes vm enthält ein Maaßwerk-Kapitäl für eine Bildsäule; auch dieFigur 2 ebendaselbst kann ein Kapitäl der letzter« Art vorstellen. Im Borlegeblatte xxi habe ich in den Figuren9, 13 und 14 noch einige Laubwerkkäpitäle für Bildsäulen gegeben, und zwar (hinsichtlich ihrer schwachenSchäfte) für solche Bildsäulen, welche an Wänden oder sonst an andern Massen angebracht sind. Die Figur 9 9 !'ist eine Bildsäule, welche sich an einem, der nach meinen Zeichnungen ausgeführten, Grabmonumente befindet,und den Engel als Symbol enthält, weil auf dem Kapitäle eine Statur des Evangelisten Johannes angebrachtist. Ueber die Constructions-Berhältnisse der auf dem Borlegeblatte xxi dargestellten Kapitäle und Kragsteinekann ich nur einige allgemeine Bemerkungen geben, da hier die Grundrisse derselben nicht vorkommen, weiles sich vorzugsweise nur um die Bildung des Kapitäl - Laubwerks handelte. Bei dem in Figur 9 darge-stellten Kapitäle ist die oberste Ausladungsbreite mit der Höhendistanz von der obersten Linie bis zur unternAusladungslinie des Laubkapitäls gleich, und die Höhe des ausgeladenen Theils des Laubkapitäls durch dieHöhendistanz von seiner untern Ausladungslinie bis zur untern Linie des Rundstabs normirt. Die Kapitäleder Bildsäulen in den Figuren 13 und 14 sind mit reichem Laubwerk ausgestattet. Auch diese sind, wie dieDurchschnittslinie 3 b des Grundrisses (Figur 36 13 u. 14) zeigt, als an einer Wand angebrachte Bildsäulen,nur Halbsäulen. Ihre Hauptverhältnisse, nämlich ihre ganze Höhe, wie ihre Laubausladung, dann ihre Gesims-höhen sind bei beiden einander gleich; im einzelnen jedoch ist die Gesimsgliederung, wie die Bildung desLaubwerks selbst, verschieden gestaltet. Das Constructionsverhältniß beider Kapitäle ist dem Wesen nach inderFigur acl 13 u. 14 enthalte». Dasselbe besteht im Ganzen, d. h. einschließlich des äußersten Quadrates,»^.',,