215
7. Bildung des arabeskenartigen Laubwerks für Randverzierungen, zur Ausfüllung archirecronifcher Felder, und für Tapeten
oder Teppiche.
n den Figuren 16 bis 20 des Vorlegeblattes XVH habe ich die Hauptzüge der arabeskenartigen Bildung desLaubwerks gegeben, und zwar enthält die—Figur 16 diejenige Windung, welche in der Regel den Grund*zug bildet. In — Figur 17 habe ich gezeigt, wie man die, an die Hauptwindung oder an den Hauptstammanzusetzenden, kleineren Windungen oder Aeste, es sei nun von arabeskenartigen:, oder sonstigem Laubwerkdie Rede, nicht bilden darf, was für den Anfänger eine um so nöthigere Regel ist, als man so häufig in moder-nen Kompositionen hiergegen gefehlt sieht. Die einzelnen, vom gewundenen Stamme ausgehenden Aeste, siemögen sich nun links oder rechts befinden, müssen stets einerlei Richtung haben, entweder aufwärts, oder ab-wärts gebogen; es darf also nicht, wie in Figur 17, der mit b bezeichnete Ast aufwärts, und der mit a bezeichneteabwärts wachsen, sondern die Aeste müssen entweder, wie in den Figuren 18 bis 20, nach der einen, oder wie in der x^l.Figur 21 nach der andern Richtung sich biegen. Die - Figuren 18 bis 20 enthalten die Grundzüge zu drei ver-schieden gestalteten Laubwerkzügen, und die - Figur 21 die Ausführung eines ähnlichen Laubwerkzugs, nach xvn.dessen Maaßgabe es zur Aufgabe dienen mag, auch die Grundzüge der Figuren 18 bis 20 auszuführen, odersolche auch ohne Ast in der Mitte, bloß als Laubzug zu behandeln, wie - in Figur 22, wenn man sich den Astin der Mitte wegdenkt. Bei der Komposition des arabeskenartigen, wie des gewöhnlichen Laubwerks hat manvorzugsweise darauf zu sehen, daß die Zwischenräume zwischen dem Laubwerk nicht ungleich ausfallen, und ankeiner Stelle eine zu große Oeffnung übrig bleibt. In — Figur 36 habe ich die Anwendung des arabeskenartigen xvn.Laubwerks als Stengel ohne alles Laubwerk gezeigt, wie es manchmal als Teppichmuster, besonders in Glas- xvü.Malereien, angewendet erscheint. — In den Figuren 23 bis 35 habe ich eine Auswahl von arabeskenartigen Blät- A ALern entworfen, und zwar in den Figuren 23,25, 27, 29, 31 und 35 mit runder Behandlung der Blattendi- An.'gungen, übergehend vom einfachen bis zum allerreichsten, ferner — in den Figuren 24, 26, 28, 30 und 32 mit A 2 «.geschweift eckiger Blattbehandlung von verschiedenen, einfacheren und zusammengesetzteren Formen, und endlichin den Figuren — 33 und 34 eine einfachere und eine reichere Blattform mit einfachen Schweifungen nach Artdes im Worlegeblatte XXIV in der dritten Reihe enthaltenen Laubwerks. Zugleich zeigen die Figuren 23bis 35 die verschiedene Art der Behandlung der Aeste selbst. Entweder ist der Ast, wie in den Figuren 26,dann 30 bis 33, als glatter Rundftab behandelt, und insofern kein eigentlicher Ast, oder er ist mit kurz abge-hackten kleinen Aestchen, entweder in der Art, wie es in den Figuren 23 und 35 gezeigt ist, oder in der Art vonFigur 24 (oder auch 22) versehen; oder die kleinen Aestchen sind so angewendet, daß sie, wie in Figur 28, zu einerNachahmung der Nasen des Maaßwerks dienen können. Statt dessen können auch Durchkreuzungen, wie inFigur 29, angebracht werden, oder der Ast hat eine, der Rinde ähnliche Behandlung, wie in Figur 27 (oderauch 21), wobei zuweilen statt der Aeste nur kleine Erhöhungen in der Rinde angebracht sind, wie in Figur 34.Uebrigens findet das arabeskenartige Laubwerk seine vorzüglichste Anwendung in Malereien auf Pergamentoder Papier, wovon die alten Manuskripte die schönsten Beispiele geben, und wozu auch die arabeskenartigverzierten Initialen oder großen Anfangsbuchstaben gehören. Diese Manier ist auch jetzt noch ganz an ihremPlatze, und ich habe von dieser Art in den (von mir auch auf die Holzstöcke gezeichneten) Holzschnittendes gegenwärtigen Werkes verschiedene Muster gegeben, namentlich in dem gedruckten Titelblatts, dann derLaubarabeske auf der ersten Seite der Schlußabhandlung, und in den Initialen der einzelnen Capitel des Textes.
Was die Anwendung von Laubwerk in den (außerdem gewöhnlich mit Maaßwerk verzierten) Bogenzwickeln be-trifft, so liegt demselben gewöhnlich, wie in den Figuren 11 und 12 des VorlegeblatLes xvn, das Dreieck alsMotiv zu Grunde. Sonstige architektonische Füllungen in Feldern werden, wenn sie klein sind, gewöhnlichmit rosettenartigem, oder größere auch mit teppichartigem Laubwerk ausgefüllt, wiewohl letzteres mehr inden Rückwänden bei Monumenten, vor welchen Figuren stehen, also als Nachahmung wirklicher Teppiche,besonders aber bei dem teppichartig behandelten Hintergründe von Glasmalereien vorkommt. Das arabesken-artige Laubwerk eignet sich vorzugsweise auch heutiges Tages zur Anwendung in Fabriken für alle Artenvon wirklichen Teppichen oder Möbelzeugen, Tapeten, oder Dessins für Wachstuch oder gepreßte Stoffe,z. B. für Büchereinbände. Die, in den Vorlegeblättern xxvn und xxvm, wie nicht weniger xxn bis xxvgegebenen, Muster eignen sich daher besonders für Tapetenfabrikanten, Seiden- Woll- oder Damast-Weber,so wie für Dekorations- oder Stuben-Maler. Von den im Vorlegeblatte xxvm enthaltenen Musternmit regelmäßiger netzförmiger Eintheilung besteht das untere Stück aus über Eck gestellten Quadraten,das obere aus geschweiften Bogenformen. Eben so gut könnte die Haupteintheilung aus Kreisen oder Spitz-