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Fugen sich sammle, wo der Boden ohnehin etwas flach ist. Diese gewölbte Linie der Gewölboberfläche ließ ichaber, indem ich die Zinnen auf der, der Kapelle zugewendeten Rückwand des Monumentes öffnete, an dengeschweiften Wafferschlag des Schlußgesimses dieser Rückwand sich anschließen, so daß durch die Wassernase derRegen frei abtropfen konnte. (Vergl. das mit 7 und 8 bezeichnete Fragment des Borlegeblattes xxxix)Außer den übrigen größeren Gesimshohlkehlen versah ich auch kleinere Glieder, wie die Simse der, an dasPfeilerviereck sich anschließenden, Sockeltheile, dann das Sockel-Gesims des Rundstabs der Pfeilergliederungmit solchen Wassernasen, wie aus dem neben dem Aufriß (Borlegeblatt xxxvm) gegebenen Durchschnitteersichtlich ist, und gab den beiden, zum Knieen bestimmten, Stufen auf der Border - und Rück-Seite des Monu-mentes eine kleine Steigung. Nebstdem wurde das Ganze aus Granit, und die Madonna aus Marmor ausge-führt, um desto besser dem Wetter widerstehen zu können. Gleichwohl wurde die Wasserablaufsconstructionüberflüssig, weil der Bauherr das Monument späterhin (durch Bildhauer Endres) mit einer Kapelle überbauenließ. Wäre dieses vorauszusehen gewesen, so würde ich den Zinnenschluß natürlich auch auf der Rückseite fortge-setzt, und die Gewölblinie n f, gleich jener 6 e (im Borlegeblatte xxxix) geradlinig gestaltet haben. Die Rück-wand des Monumentes wurde benützt, um die Inschrift-Tafel anzubringen, deren Höhe und Gewandtiefe, sowie der, unterhalb derselben angebrachte, Weihbrunnkessel aus dem Durchschnitte (Borlegeblatt xxxix) ersichtlichsind. Aus demselben erklärt sich auch die Bildung des Sockelgesimses der Vorderseite, welches deßhalb so weitvorspringt, um besser zum Handauflegen der Knieenden dienen zu können, daher dem Wasserschlage hier aus-nahmsweise eine geschweifte Form gegeben wurde. Die Höhe des Ganzen mußte sich natürlich nach der Größe derMadonna richten. Letztere ist von weißem Marmor, und die Architektur von grauem Granit. Ein solches Ver-hältniß, bei welchem die Figuren von hellerem, und die Architektur von dunklerem Gesteine ist, wird jedermannnaturgemäß finden, wenn auch bei einem berühmten Monumente (jenem des Herzogs Eugen von Leuchtenbergin der Michaelskirche zu München ) das Verhältniß gerade umgekehrt, nämlich die Figuren von grauem, unddie Architektur der Rückwand von blendend weißem Marmor sind. Ueberhaupt soll man die Contraste in denFarbentönen der Steine nicht zu stark machen. Das Poliren der Steine eignet sich weniger für den gothischenStyl und kam auch erst in der spätern Periode des Mittelalters auf. Was den Steinschnitt betrifft, so habeich auch hier das Ganze aus einer größeren Anzahl von Steinen zusammengefügt, welche in den beiden Vorlege-blättern xxxvm und xxxix mit Zahlen bezeichnet sind. Die Haupttheile der Construction des Grundrissesbestehen in den vier Pfeilern, mit welchen die Ecken des Oblongums besetzt sind. Der im untern, vordem linkenEcke stehende ist quadraturmäßig eingetheilt, und aus dieser Eintheilung (durch zwei sich durchkreuzende Quadrate)ergeben sich die Profile für alle einzelnen Glieder des ganzen Werks, gleichsam von selbst. Insbesondere sind dieMaaße für die verschiedenen Glieder des Eckpfeilers in seinem (am linken untern Ecke durch die Quadraturein-theilung sich ergebenden), mit abe 6 bezeichneten, Quadrate enthalten. Nämlich die Eckhohlkehle d o ist mittelstOeffnung des Zirkels aus dem Ecke a bis zum Centrum des Quadrats übn6; die mit ^bezeichneteHohlkehle,wie jene kleineren, welche sich bei i und k befinden, mittelst Zirkelöffnung nach der nämlichen Weite; die aus demPunkte A gegen den Gewand-Rundftab gezogene Hohlkehle mittelst Oeffnung des Zirkels nach der Diagonaled e des Quadrats a b e 6; die aus dem Punkte U (neben dem Rundstabe) gezogene Hohlkehle durch Zirkelöffnungnach einer Seite des Quadrats nUeli, z. B. nach der Seite n e; und der zwischen A und U befindliche Gewand-rundstab mittelst Zirkelöffnung vom Centrum des Quadrats bis an eine seiner Seiten, z. B. bis an die Seitea e, beschrieben. Die aus den Punkten x gezogenen Hohlkehlen endlich entsprechen der mit e f markirten Breite.Der im Eck des Schaftes nach innen stehende Pfosten, welcher weiter oben die Rippe des Gewölbes bildet, mußinsofern eine schiefe Stellung im Grundriß haben, als letzterer kein regelmäßiges Quadrat, sondern ein Dblongumbildet. Alle diese Glieder brauchen bei der, durch den Steinmetzen auf die Steinschnittstetten zu bewerkstelligenden,Einreißung ihrer Linien keineswegs nach der Zeichnung ausgemessen zu werden, sondern ergeben sich auf dieeben beschriebene Art aus der quadraturmäßigen Eintheilung des Eckpfeilers, da, wenn der Steinmetz die zwei,einander durchkreuzenden Quadrate auf den Stein gerissen und mit ihren Diagonallinien durchkreuzt hat, ausdiesen alle übrigen Linien und Punkte von selbst hervorgehen, und daher mehr nicht, als nur die Größe desUmfang-Quadrats des Pfeilers nach der Zeichnung gemessen zu werden braucht. Durch solche geometrische Behelfe,deren sich die alten Meister bedienten, wird die werkmännische Ausführung architektonischer Risse nicht nur inBezug auf die Genauigkeit, sondern auch auf die Schnelligkeit der Arbeit unendlich erleichtert, und das ängstlicheCopiren und Messen aller einzelnen Theile nach der Zeichnung entbehrlich gemacht. Was den, zwischen den Eckpfei-lern, an der Mitte der innern Rückwand angelehnten Sockel der Bildsäule betrifft, so ist die innerste Distanz Im desKerns der Breite u an des Eckpfeilers gleich, welche im Aufriß gleichfalls mit 1 m bezeichnet ist. Die nämliche