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Gothisches ABC-Buch, das ist: Grundregeln des gothischen Styls für Künstler und Werkleute / von Friedrich Hoffstadt
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Grundriß des Gewölbes betrifft, so enthält derselbe in seinen vier Ecken doppelte Grundrisse, nämlich der innerste,dunkler schraffirte Grundriß enthält den Durchschnitt der Eckpfeiler unterhalb des Gewölbanfangs, mithin die imGrundriß mit x bezeichneten Rippendurchschnitte an derjenigen Anfangsstelle, welche im Gewölbaufriß gleichfallsmit x markirt ist. Hingegen enthält der äußere, Heller schraffirte Theil des Grundrisses den Gewölbdurchschnittauf der, im Aufriß mit v bezeichneten Linie des Steinschnittes, mithin auch den Rippendurchschnitt an derjenigenStelle, welche sowohl im Grund- als Aufriß mit v markirt ist. Zum bessern Verständniß wurde der Grundrißüber Eck gestellt, und mit dem Aufriß, welcher als Diagonaldurchschnitt des Gewölbes den Auftrag der Stippenoder Gewölbschenkel enthält, durch blinde Linien verbunden. In dem, mit x bezeichneten, Grundrißeck sind durch,sich kreuzende, Linien die Punkte markirt, in welche der Zirkel zur Beschreibung der Hohlkehlen der Gewölbrippeneingesetzt wird, und die aus dem Eck x schief durch die Rippe gehende Mittellinie bezeichnet die Schneide des, vonzwei Seiten ansteigenden, Wasserfalls an derjenigen Stelle am Eckpfeiler, wo die Gewölbrippe unten am Sockelals lothrechter Pfosten aufzusteigen beginnt. In dem, mit K markirten, Grundrißecke ist zugleich auf der vordernSeite der Durchschnitt der Prosilirung auf der Linie des Steinschnitts enthalten, welche hier im Grundrisse oderDurchschnitte mit den nämlichen Buchstaben KImnopyrst bezeichnet ist. Letztere sind auch auf der Steinschnitt-linie im Aufrisse (Vorlegeblatt XXXViu) angemerkt. Zm Schlußsteine des Gewölbes ist, wie der Grundriß zeigt,in Bezug auf die unter dem Gewölbe stehende Statue der Maria, ein altes Marienmonogramm angebracht.Der Durchschnitt des Schlußsteins ist im Gewölbaufriß enthalten, und die Spitzbögen der Rippen sind aus den,mit U markirten, Punkten der Grundlinie, so wie die Linie der innern Bodenfläche des Schlußsteins aus dem,in der Mittellinie liegenden, Punkte i beschrieben. Dieser Punkt hätte auch auf der Grundlinie U angenommen,oder ganz wagrecht sein können. (Die Zahlen in den Zeichnungen der Vorlegeblätter xxxvm und xxxixbeziehen sich ausschließlich auf die Anzahl der Steine, aus welchen das ganze Monument besteht.) Schließlichbemerke ich noch, daß ich die, in den Vorlegeblättern xxxiv, dann xxxvii bis ^xxix dargestellten, Grab-monumente, ungeachtet dieselben sehr einfach sind, doch deßhalb mittheilte, weil ich das bei ihrer Conftructionbeobachtete Verfahren zum werkmänm'schen Gebrauche bei Ausführungen in natürlicher Größe für nützlich hielt.

a dieses Werk gemäß seinem Zwecke (mit Ausnahme der gegebenen Grabdenkmale) fast lauter Details-formen enthalten mußte, so glaubte ich dasselbe mit dem Entwurf- eines Monumentes von größerem^ s°"en )- Zu einem solchen wählte ich aus der, in der Note erwähnte/Veran-lassung die im Vorlegcblatte xt. nach dem beigefügten rheinischen Maaßstabe im Grund- und Aufriß tmit v,

Angabe des Stemschnitts) ausgeführte Kapelle. Für ein Monument dieser Art ist die Gestalt einer au!und Kreuzform zusammengesetzten, vicleckige» Rotunde besonders geeignet, weil eine solche in ^

im untersten Theile der Kapelle die Kreuzform ind!m1ck an e ^ ^ des Grundrisses verband ich auchderen inneres Lichtmaaß nach einer Seite des inneren Ackueeta ^ Achteck» vier Quadrate ansetzte,

das vordere westliche eine offene VorhE di^ 5'. traten bildet

das nördliche und östliche für die Bedürfnisse der S-criM D .7 Wendeltreppe, und

für ihre Gewölbe keiner Strebepfeiler. Dst übü ^ bei ihrer geringen Höhe

Plätzen für das Landvolk, um in denselben an eisen«^ kleinen ^wölbten

verschlossen ist. Diesen vier überwölbten Betplätzen entsprechend ,'ü ^

- ^ ^ ^ ^ einsprechend rst der Umgang auf dem Sockel mtt den Trevven

m das Kreuz des Ganzen an den vrer Stellen eknaefüat ^ ^ . . ' neppen

^ ""Sesugr, vle Brette des Umgangs aber nach emer halben Kvtt-

des innern Achtecks genommen. An der Dstseite bracht- ich kleinen achteckigen, mit einer Gallerie vo/de

ufen ge renn en P atz für eine Kanzel an, um hier eine Predigt im Freien, wie es im Hochgebirge an Fest-

*) Hierzu gab Herr Akademieprofessor, Bildhauer K. Eberhard in München die Veranlagung, indem er mir die von ihm langst gehegte Idee mittheilte, beidem Städtchen Füßen an der bayrischen Landesgrenzc, im Angeflehte des aus dem Hochgebirge hervorragenden Sailing, nämlich auf einem weicher von Tprol sichtbarenHügel, über dem St. Mang-Tritt, wo der Leck schäumend durch zwei Felsen stürzt, eine colossale, sitzende Statue der Maria mit dem segnenden Ehristuskinde als derstitlronu Kitvitrieco auf erhöhten Stufen in einer Art von Nische oder Kapelle zu errichten. Da Meister Eberhard es mir überlassen, die Architektur einer solchenKapelle im altdeutschen Style zu entwerfen und auszuführen, und dieselbe in gegenwärtigem Werke veröffentlicht zu sehen wünschte, so entstand auf diese Weise derim letzten Vorlegcblatte gegebene Entwurf.