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Styl die Säulenconstruction, indem er (mit Ausnahme des dorischen Styls) die Sockelfüße und überhauptbestimmte Ordnungen einführte: die dorische mit blätterlosem Gesimskapitäle (eekinus) und Schafte ohneSockel; und die ionische mit Sockel, Schafte und Schneckenkapitäle, welches im reichsten Style durch daskorinthische Laub geschmückt ward. Der gewöhnliche Sockel der ionischen Säule war der attische. Dieser, dasdorische Gesimskapitäl und das korinthische Laub gingen nicht nur in die römische Architektur und den Basiliken-styl, sondern selbst in den mittelalterlichen Rundbogenstyl über, wenn auch unter den mannigfaltigsten Modi-fikationen. Zu dem, nur aus Architrav und Kranzgesims bestehenden, ägyptischen Gebälke fügte der griechischeStyl zwischen beide noch den Fries (mit seinen Reliefs aus der Göttergeschichte) hinzu. Einiges nähere hierüber,so wie über die Säulenordnungen habe ich oben bei der Vergleichung des antiken Tempelftyles mit dem gothi-schen Kirchenbaue, S. 151 bis 155, sowie bereits S. 136 angeführt. Die wesentlichste Abweichung des griechischenStyls vom ägyptischen, und zugleich ein bedeutender Fortschritt in der Entwicklung der Baukunst überhaupt,bestand darin, daß der griechische Styl das (schon bei den Phöniciern vorkommende) schiefe Dach allgemeineinführte, indem er auf der Vorder- und Rückseite des Tempels flache Giebel anbrachte und beide durch einDach mit einander verband, welches mit Ziegeln von Marmor (und wohl erst später von gebrannter Erde)gedeckt wurde. Es scheint, daß die innere Cella mit einer flachen Holzdecke abgeschlossen war, oder vielleichtauch nur die sichtbare Sparrenconstruction des Dachs zur Bedeckung hatte, worin bereits ein Vorbild für dieDachstuhlconstruction der altrömischen Basiliken gelegen wäre. Das Dach des Odeons zu Athen führen diealten Schriftsteller mit der Bemerkung an, daß dasselbe aus den, den Persern abgenommenen Mastbäumenzusammengesetzt gewesen sei. Bei größeren Tempeln war jedoch die Cella auch offen und unbedeckt in der Art,daß das Bild des Gottes, dem Eingang gegenüber und gleich diesem bedeckt stand, der Raum dazwischen abereinen offenen Hof bildete. Man hat diese Wahrnehmung in Pästum gemacht. Ein für das Allerheiligste beson-ders abgeschlossener Raum, wie ihn alle ägyptischen Tempel enthalten, fehlte der griechischen Cella; nur beieinzelnen griechischen Tempeln, deren Mysterien sich auf eine, im Verhältniß zu den Volksbegriffen geläutertereReligion bezogen, finden sich solche Sanktuarien. So entdeckte man im Tempel zu Eleusis einen unterirdischenRaum, welcher der Form nach eine gewisse Analogie zu den mittelalterlichen Crypten darbietet. Auch dieSymbolik in der Lempelarchitectur, welche nichts anders ist, als die Versinnbildlichung der Begriffe des Volksüber sein Verhältniß zur Gottheit, hatte, wie bei den Aegyptern, so auch bei den Griechen ihr feftbeftimmtesGepräge, in welcher Beziehung ich bereits oben S. 154 u. a. anführte, daß auch in den antiken Tempeln dieAltäre gegen Osten gerichtet sein mußten. Aus der von Vitruvius (IV. 7.) vorgetragenen, auf Tradition gegrün-deten, Lehre überzeugt man sich, daß nicht nur ein verschiedener Lempelftyl für die verschiedenen Gottheiten,sondern selbst eine besondere Lage und Stellung der Tempel vorgeschrieben war. Ungeachtet seiner Einfachheit istder griechische Styl durch die Schönheit seiner Verhältnisse und feine Zeichnung des Profils seiner Glieder, wiedurch eine unübertreffliche, sorgfältigste technische Ausführung ausgezeichnet, und erreichte eine so hohe Stufeder Vollendung, daß er als der fertigste unter allen Baustylen dasteht, an welchem weder etwas ab-noch zuge-geben werden kann. Von der altgriechischen Basilika als Vorbild der altrömischen wird nachher die Rede sein.Griechische Bildung und mit ihr die griechische Architektur wurde durch Colonien nach Unteritalien verbreitet,wo ein pelasgischer Stamm das sogenannte Großgriechenland gründete. Die Tempel zu Pästum, im jetzigenKönigreiche Negpel, gehören dem pelasgischen Style an, welcher sich vom griechischen in nichts wesentlichemunterscheidet.
v. Etruskischer Styl.
uch die Architektur des altitalienischen Stammes der Etrusker, älter als die Gründung Roms, ist demgriechischen Style nahe verwandt, und enthält nur im Einzelnen Abweichungen, welche auf eine gemein-schaftliche, von Aegypten ausgegangene Urbildung hinweisen. Die Cella des etruskischen (von Vitruvius „toskanisch" genannten) Tempels nähert sich, im Gegensatz zur oblongen Form der griechischen Cella, wie im
ägyptischen Style dem regelmäßigen Quadrate, und auch seinem Gebälke fehlt der Fries. Ferner ist auf derRückseite der Cella niemals eine Säulenftellung. Auch die aus Felsen herausgehauenen, etruskischen Grabmäler
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