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Größe der Basiliken in der Folgezeit nicht mehr; dieselben mußten von Jahrhundert zu Jahrhundert erweitertwerden, bis sie endlich zu unsern großen mittelalterlichen Domen sich ausbildeten. Der Unterschied der altchrist-lichen Basilike von der altrömischen war wesentlich, sofern von der innern Einrichtung und symbolischen Aus-schmückung des ehemaligen heidnischen Gebäudes die Rede ist, in welchem nun die christlichen Mysterien gefeiertwurden; unwesentlich hingegen, soviel den eigentlichen Architecturstyl, oder wenigstens dessen Detailsformen,betrifft. Symbolisch bedeutsam erscheint es, daß das Innere der christlichen Basilika dreimal dreifach getheiltwar. Wie schon erwähnt, fand von Süden gegen Norden die von der altrömischen Basilika beibehaltene Ein-theilung in die drei Hallen oder Schiffe statt, von welchen der südliche und nördliche Flügel für die Männerund Frauen, und das größere mittlere (oder Priesterschtff) zur Bornahme liturgischer Handlungen benütztwurde. Bon Osten gegen Westen erhielt die altchristliche Basilike gleichfalls die bereits beschriebene drei-fache Theilung, nämlich in die Tribune mit dem Bischofsstuhle, in das Querschiff des Presbyteriums mit demAltare nebst den (in das Mittelschiff vorstehenden) Ambonen, und in den vordem Theil der Schiffe; oder,wenn man Tribune und Presbyterium zusammen nehmen will, in diesen östlichen Theil, dann den mittlerenTheil der Schiffe und endlich die westliche Borhalle. Diese dreifache Scheidung des Innern der Basilike vonOsten nach Westen war aber durch die, oben näher beschriebenen, Schranken bestimmt abgegrenzt. Merkwürdigist es, daß schon in der Beschreibung des himmlischen Jerusalems (in der Offenbarung des h. Johannes)das Borbild dieser dreifachen Theilung gegeben ist, indem in derselben von der Opferstätte des Altars für diePriester, von dem übrigen Raume (oder der eigentlichen Kirche) für das anbetende Bolk, und endlich voneiner Borhalle die Rede ist. Die dritte dreifache Theilung des Innern, nämlich hinsichtlich des Höhenaufrisses,wurde oben in Bezug auf die altrömischen Basiliken beschrieben. Der Höhenaufriß der altchristlichen Basilikebestand im untersten Theile aus den Säulenreihen, im mittleren, über dem Gebälke beginnenden, Theile aus derWand mit den musivischen Gemälden, Darstellungen aus der heiligen Geschichte enthaltend, und aus demobersten Theile mit den Rundbogenfenstern. Diese, reich mit Gold versehenen, Mosaiken bildeten den eigentlichenSchmuck der glatten Mauerwände des Mittelschiffs und erscheinen um so mehr als eine eigenthümliche Anord-nung des Innern, als sie an die Stelle der altrömischen, über den Nebenhallen befindlichen (und im byzanti-nischen Style beibehaltenen) Empor-Gallerieen traten, welche der altchristliche (römische) Basilikenstyl wegließ.Der größte Reichthum symbolischer Darstellungen wurde in der Tribunal-Nische, sowie ausnahmsweise und späterauch am westlichen Giebel, angebracht. Dieser Reichthum an Mosaiken und deren Anwendung als förmlicheWandgemälde erscheint als weiterer Fortschritt im Vergleiche zur römischen Kunst, welche die Mosaiken nurin Fußböden anzuwenden pflegte. Diese Art, oder wenigstens Marmormosaik, behielt man für den Fußboden deraltchriftlichen Basiliken bei. Endlich kam auch im Aeußern der Basilika noch eine dreifache Theilung hinzu,insofern dieselbe aus fünfSchiffen bestand, und die Dächer derselben sich dreifach absetzten, wie man wenigstens ausder, nachher näher erläuterten, Gestaltung der Mauern über den Abseiten-Säulen der Basiliken von S. Peter,S. Paul und S. Johann im Lateran schließen muß. Durch diese Dachabsetzungen erhielt das Aeußere, auch bei nurdreischiffigen (um so mehr aber bei fünfschiffigen) Basiliken ein gewisses pyramidales Aufsteigen, wodurch, inBerbindung mit der Durchschneidung des Ganzen durch das, mit dem Mittelschiff meist gleich hohe, Kreuzschiffeine vielgliedrige Masse entstand. Diese Anordnung erscheint bereits als die Grundlage zu den spätern mittelalter-lichen Domen, und enthielt eine merkliche Abweichung vom antiken Architecturprincip. Nach letzterem hattenauch die Basiliken nur ein Dach, wenn nämlich die mittlere Halle einen unbedeckten, offenen Hof bildete, oder esüberragte, wenn letzteres nicht der Fall war, das Dach der mittleren Halle jenes der Nebenhallen (wegen der überdenselben angebrachten Emporgallerieen) gewiß nur unbedeutend. Uebrigens waren die Mauerflächen deraltchriftlichen Basiliken auch im Aeußern glatt und fast gänzlich ohne Gesimse, oft sogar ohne Dachgesimse,oder letztere nur durch Consolen ersetzt; der Fries aus kleinen Rundbögen kommt erst in einer spätern Periodevor. Ebenso gehören die, meist einzeln stehenden, Thürme altchristlicher Basiliken nicht der ursprünglichenGründungszeit an, da sie erst seit Einführung der Glocken gebaut worden sein konnten. Der Architecturstyldes Ganzen war sohin von den altrömischen Basiliken zwar beibehalten, doch nicht ohne die erwähnten, eigen-thümlichen Modifikationen. Was dagegen die architektonischen Detailsformen betrifft, so hielt man strenge amantik-römischen Style mit seinen Säulenordnungen und Gliederungen. Am häufigsten war die Anwendungdes attischen Säulenfußes und des korinthischen Kapitäls. Die bereits oben S. 256 erwähnte, spätrömischeGestaltung roher Kapitälblätter kommt auch in den Säulenkapitälen der Abseiten von S. Giovanni Laterano