Buch 
Memorabilia Tigurina oder Chronik der Denkwürdigkeiten der Stadt und Landschaft Zürich / von Friedrich Vogel
Entstehung
Seite
8
JPEG-Download
 

8

Vermächtnissen, ehegerichtlichen Bußen, Rekognitionsgebühren rc. und aus Zuschüssen der Staats-Cassa, Ausgaben für Armen- und Begräbnißkostcn im Spital, Beyträge an Prcdigerwittwcn,an Stipendiaten, an Lehrgelder für Knaben und Töchter zu Stadt und Land, Handstcnern anArme, Hemden und Strümpfe für solche, Arzt-Contis, Schullöhne und Schulmeister-Addita-mcnte, Schulbücher, Brote, Holz u. s. f. zu bcstreiten hatte, wurde durch Verordnung des Kl.Rathes vom 8. Wintermonat 1828 dahin rcgulirt, daß zur Besorgung der dahcrigcn Geschäfteein Amtmann mit einer Besoldung von 1600 Frkn. nebst freyer Wohnung, Holz rc., ein Kloster-schreiber mit einem Gehalt von 800 Frkn., ein Amtswcibel und ein Brnderstubenmann imSpital angestellt wurde. Durch Gesetz vom 9. April 1834 wurde aber vorerst das sogenannteBrot-Stipendium, das wöchentlich am Samstag Morgen früh im sogenannten Refenthal nachAbhaltung eines Gebetes von Seite eines Studirendcn ausgetheilt worden, aufgehoben und inein Geld-Stipendium umgewandelt, dessen Capitalbetrag das Almoscnamt der neu entstandenenCantonsschulvcrwaltung aushin zu geben hatte und noch im nämlichen Jahr (durch Gesetz vom21. Wcinmonat) wurde auch das Almosenamt aufgehoben und die gesammte Besorgung seinesGutes unter dem Namen Cantonal-Armcnfond der Verwaltung des Stiftsgutes mit der Be-dingung übertragen, daß das Vermögen von dem Stiftsgut völlig getrennt gehalten und über das-selbe abgesonderte Rechnung geführt werde. Der letzte Amtmann war Hr. Hs. Conrad Schultheß.Eben so wurde durch das nämliche Gesetz die bisher bestandene Almosenpflege aufgehoben undihre Verrichtungen einer neuen Behörde, der Cantonal-Armenpflege (siehe Armenwcsen) übertragen.Bey der Ucbcrgabc bestand der Almosenfond in 4 Mütt Fasen, circa 3200 Mütt Kernen, 8Malter Hafer, 20 Mütt Roggen, 208 Ctr. Reis und 621,473 Pfd. 14 ß. an Geld..

Die Gebäude des Almosenamts wurden gegen eine Vergütung von 10,000 fl. anden Armenfond dem unmittelbaren Staatsgut übergeben und seither für die Zwecke der Hochschuleverwendet. In dem Hanptflügel derselben, der an das ehemalige Hintcramt angebaut ist undin welchem sich die Wohnung des Amtmanns befand, sind Säle für mineralogische und zoolo-gische Sammlungen eingerichtet worden, das ehemalige Refektorium (oder, wie man es spaternannte, Refenthal) im Crdgeschooß, hat sich in die Aula der Hochschule verwandelt. Die Neben-gebäude, Bäckercy, Holzschopf, das Gebäude, wo bis zum Jahr 1836 die Suppenaustheilungan Arme täglich um 11 Ubr Statt fand, und das an die Augustinerkirchc angebaute Archivwurden im Anfang des Jahres 1837 abgetragen Und an deren Stelle im bemeldten Jahr eindritter Flügel des Hochschulgcbäudcs (siehe diesen Titel) erbaut.

Alte-Burg, Regenstorf (siehe Fcuersbrünste, 1824).

Alten (siehe Andelfingen).

sehr hohes (über hundert Jahre).

Den 12. Juni 1822 verstarb in einem Alter von 102 Jahren Jungfrau Anna MariaKeller, die älteste Bürgerin der Stadt Zürich . Sie genoß bis an ihr Ende einer vollkommenenGesundheit.

Am 9. März 1828 starb Johannes Weber von Trüllikon in einem Alter von 100 Jahren,2 Monaten und 10 Tagen.