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Wenige Minuten vom Dorf entfernt, am Ufer der Limmat , liegt die Pulvermühlc und inder Nähe derselben zwey Pulvermagazine (das Nähere, siehe diese Artikel).
Das Weitere, siehe Antiquitäten und Feuersbrünste (1828, 1835, 1838).
Alumnat.
Diese Anstalt wurde im Jahr 1538 auf Antistcs Bullingers Anregung gestiftet und dieZahl der Zöglinge oder Alumnen, welche sich dem geistlichen Stande widmeten und auf obrig-keitliche Kosten unterhalten wurden, auf fünfzehn vermehrt. Anfänglich befand sich die Anstalt,welche im gewöhnlichen Leben der Hof, auch Zuchthof hieß, in den Fraumünstcrgebäuden,wurde aber im Jahr 1710 in das zunächst liegende Gebäude Nro. 43, kleine Stadt, verlegt.Es stand der Anstalt ein Inspektor vor, der seine Wohnung in dem Gebäude hatte. Durchgesetzliche Bestimmung vom 23. Jenncr 1832 wurde dieselbe aufgehoben und in ein Stipen-diat umgestaltet mit Bestimmung, daß vierzehn Jahres-Stipendien für Jünglinge, welche nochdie höhern wissenschaftlichen Eantonal - Anstalten besuchen, nämlich 6 Stipendien zu 240 Frkn.und 8 Stipendien zu 320 Frkn. errichtet werden sollen. Seither sind noch 5 Brot-Stipendienä 160 Frkn. und 3 Stipendien der Stadt Zürich hinzugekommen. — Die aus circa 3000 Bän-den bestehende Bibliothek des Alumnats wurde der Gymnasial-Bibliothek einverleibt. — Laut derJahresrechnung vom Jahr 1831 wurden für die Anstalt verbraucht an 52 Mütt Kernen, Fleisch,Butter, Lichtern, übrigen Lebensmittcln, Bedienung, Waschen, Taglöhnen, Papier, 1535 fl. —Das Gebäude des Alumnats wurde nach Auflösung der Anstalt einige Jahre hindurch theilweisefür die Hochschule benutzt; auch diente es dem Pedell derselben zur Wohnung. Im September1838 wurde dasselbe an die Kaufmannschaft abgetreten, das Ingenieur-Bureau derselben imHerbst 1838 in dieses Gebäude verlegt, der obere Theil ausgesehen, welcher gegenwärtig zueiner Wirthschaft dient. Die Mobilien wurden zum Theil verkauft, eine Anzahl Betten indie Caserne, eine Anzahl in den Spital und in den letzter» auch ein bedeutendes QuantumLinge abgegeben. Der letzte Jnspector des Alumnats war: Hr. Hs. Jakob Hörner.
Amtsblatt
Durch gesetzliche Bestimmung vom 18. Ehristmonat 1833 wurde die Errichtung eines Amts-blattes für den Canton beschlossen, welches alles enthalten soll, was einer rechtsgültigen Be-kanntmachung bedarf. Die darin vorkommenden Anzeigen sollen angesehen werden, als ob siezur Kenntniß sämmtlicher dabey betheiligtcr Personen, sowohl in, als außer dem Cantou gebrachtseyen. Das Amtsblatt erschien zum ersten Male am 1. April 1834, und von da an kommt esregelmäßig wöchentlich zwey Mal, nämlich am Dienstag und Freytag, meistens ein Doppclblattstark, zuweilen mehr, zuweilen auch nur ein einfaches (Quart-) Blatt enthaltend heraus. Es enthältallervorderst Bekanntmachungen von Eantonal - Behörden, sodann von Bezirks- und Gemeinds-behördcn, ferner Bekanntmachungen von Justizbehörden, als: Edictal-Ladungen, Anordnung ge-richtlicher Jnventare, Ausschreibungen und Rückrüfe von Concursen, schließlich vermischte Be-kanntmachungen. Endlich werden alle Gesetzcsvorschläge, alle Gesetze und Beschlüsse des Gro-ßen Ratbes, Proklamationen der Regierung, Wahlen n. s. f. in demselben bekannt gemacht;