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Memorabilia Tigurina oder Chronik der Denkwürdigkeiten der Stadt und Landschaft Zürich / von Friedrich Vogel
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der Thcilnchmcr 778 zählte, welche zusammen ein Guthaben von 73,375 Fr. 62 Rp. hatten.Die Beyträge werden jährlich zu 4 vom 100 verzinset und der Zins fortdauernd zu Capitalgeschlagen; wenn aber das Guthaben einer einzelnen Person 400 Frkn. übersteigt, so wird esnur noch zu 3>/z verzinset. Nach halbjähriger Aufkündung kann jederzeit die Rückzahlunggefordert werden.

Im I. 1821 lcgirte Scckelmeister Gugolz 1000 fl. ins Armengut. Am 8. Christmonat1822 beschloß die Gemeinde einmüthig, ein Armen- und Waisenhaus zu errichten, welches imI. 1824 beendigt und bezogen wurde. Dasselbe ist ein großes, drcystöckiges Gebäude, dasin der Gegend hinterhalb dem Dorf an der Straße nach Zürich liegt und in welchem 5060Arme, Betagte und Kinder Beherbergung und Pflege finden. Die Kosten dieses Baues betrugen41,695 fl., die durch eine Vermögenssteuer von 18 vom Tausend gedeckt wurden. Im folgendenJahr wurde eine besondere Armenpflege organisirt und derselben und ihren 'verschiedenen Com-missionen die Aufsicht über das Armen- und Waisenhaus übertragen. Im I. 1825 lcgirteDavid Köllikcr dem Armenhaus 1000 fl.

Am 4. Wintermonat 1824 löste sich in Folge anhaltender regnerischer Witterung ein beträcht-liches Stück der nach Zug führenden Straße an der Horger-Egg ab, und es mußten schnellvon dem Staatsbauamt Vorkehrungen mittelst Anbringung einer hölzernen Vcrbindungsbrückegetroffen werden, damit die Communikation nicht gänzlich unterbrochen sey.

Im Jahr 1826 wurde mit der Spitze des Kirchthurms eine bedeutende Reparatur vorge-nommen, die mehr als 800 fl. kostete und im nämlichen Jahr der Kirchhof durch einen ange-kauften Theil des Pfrundguts vergrößert.

Am 8. Jenner 1830 versank ein mit 277 Mütt Kernen beladenes Schiff auf dem Rückwegvon Zürich nach Horgen in der Nähe des Dorfs. Von drey Schiffleuten konnten zwey gerettetwerden, der dritte ertrank. Es war gerade eine grimmige Kälte und der See bewegt. Am16. wurde das Schiff aufgesucht und gefunden, allein erst einige Tage nachher war man imStand, dasselbe aus Land zu bringen. Von dem Kernen gingen einzig 45 Mütt verloren.

In Folge der Staatsumwälzung vom I. 1830 wurde Horgen vom Großen Rath durchgesetzliche Bestimmung am 20. Brachmonat 1831 statt Wädenschweil zum Hauptort des drittenBezirks des Cantons bestimmt. Die Gemeinde entschloß sich dazu, die durch das Gesetz vorge-schriebenen Bezirkslokalitäten im ersten Stockwerk des Armenhauses einzurichten und anzuweisen,und schon im Heumonat konnten diese Lokalitäten von den Bezirksbehörden bezogen werden. Die-selben bestehen in einem Sitzungszimmer für das Bezirksgericht, einem Zimmer für den Bezirks-rath, einem solchen für die Kanzler, des Bezirksgerichts und zwey Ausstandözimmern. Von denGefangenschaften befinden sich vier im Erdgeschoß und werden, wie das ganze Gebäude, durchwarme Luft beheizt, vier auf dem Dachboden. Diese Lokalitäten wurden am 9. Wiutermonat1833 vom Rcgierungsrath anerkannt.

Die Pfrundgütcr zu Horgen , bestehend in circa 2 Vrlg. Reben, 2700 Q.-Fuß Baumgarten,3>/z Juch. Wiesen, wurden nebst der Scheune und einer halben Dorfgerechtigkeit im I. 1833 für8235 fl. verkauft. Im I. 1834 veranstaltete die Schulgemeinde Horgen in ihrem Schulhaus wiederBauten, es wurden 2 Lehrzimmer und eine zweyte Lehrerwohnung eingerichtet. In dem bcmeldtenJahr errichtete Hr. Schullehrcr Stapfer in einem neuen, geräumigen Haus am See, im sogenannten