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nicht freywillig, sondern sie wurde ihr von Frankreich oder vielmehr von dem ersten Konsul(mit dem 18. May 1804 Kaiser) aufgenöthigt, da er die Truppen für die Kriege, welche er voraussah, nothwendig bedurfte. — Noch im März 1807 war nicht einmal eines der Regimenter voll-ständig und man mußte zur Completirung derselben außerordentliche Mittel anwenden; mehrereKantone, z. B. Zürich, ermunterten die Anwerbung dadurch, daß den Gemeinden, damit siedie ihnen auferlegte Anzahl Rekruten lieferten, Prämien, Reisegelder und Znlagen ertheilt wur-den; auch mußte man zulassen, daß Mancher zum Militärdienst eigentlich verführt oder in der Trun-kenheit angeworben wurde. Seit Beginn der Werbung bis zum 1. May 1807 hatte der Kanton Zürich 1156 Mann zu den Regimentern gestellt, die unter allen vieren in ungleicher Zahl ver-theilt waren.— Das erste Regiment marschirtc Ao. 1805 nach Italien , nahm an den dortigenFcldzügen Theil, trat im I. 1807 in den Dienst des Königs von Neapel und kam nach Neapel und Calabrien. In den ungesunden Garnisonen dieses Landes blieb das Regiment bis im August1811. Die andern drey Regimenter lagen anfänglich in verschiedenen Plätzen von Frankreich in Garnison . Eine besonders gebildete Abtheilung, wozu jedes der 3 Regimenter ein Bataillongab, rückte am Schlüsse des Jahres 1807 mit der französischen Armee unter Marschall Junotin Portugal ein, nakm an den dortigen Kriegsereignissen Theil und wurde im August 1808in Folge der Kapitulation von Cintra mit den Franzosen auf englischen Schissen nach Frank reich übergeführt. Manche Schweizer jedoch wurden von den Engländern genöthigt, in ihreDienste zu treten. Diese kamen dann nach England, später nach Sizilien und Malta, wur-den aber im Laufe der Zeit fast -ganz aufgerieben — Andere Detachcments der Schweizer standen bey der französischen Armee in Spanien , ein Bataillon des dritten Regiments lag meh-rere Jahre in der Gegend von Dünkirchen und Antwerpen . Bon den in Spanien stehendengcrieth eine Abtheilung, hauptsächlich vom dritten Regiment, mit dem Heere, das vvm GeneralTupout befehligt wurde, im Heumonat 1808 bey Baylen in Andalusien in spanische Gefangen-schaft und wurde nach England transportirt. Andere Abtbeilungcn der Schweizer standen beyandern französischen Heeren; eine solche auch bey demjenigen, welches im Henmonat 1810 inPortugal einrückte und bier gegen die vereinigten Portugiesen, Spanier und Engländer stritt.Eine Abtheilung vom zweyten Regiment wurde zu dem französischen Armee-Corps detachirt,welches Katalonien und Valencia besetzte und von dem Marschall Suchet commandirt wurde.Die Schweizer lagen hier in verschiedenen Gegenden in Besatzung, ein Bataillon lange zu Bar celona , wo es eingeschlossen war. Diese in Katalonien stehende Abtheilung hatte ununterbrochenKämpfe gegen die Guerillas zu bestehen. — Schwere Verluste in fortwährenden Kämpfen, so-wie auch durch Krankheiten, wesentlich aber auch durch Desertion, machten erforderlich, daß dieSchweizer -Regimenter, auf Befehl Napoleons , im I. 1811 cvmpletirt werden mußten. Vom1. April 1811 bis Anfangs März 18l2 lieferte der Kanton Zürich wieder zu den 4 Regimen-tern 280 Mann. — Gegen Ende des Jahres 1811 und im Anfang des Jahres 1812 wurdenendlich die 3 Regimenter aus Spanien zurückgezogen und nach Deutschland instradirt; zu derletztbemerkten Zeit lag ein Theil derselben kurze Zeit zu Paris und Umgegend.
Mittlerweile, am 28. März 1812, wurde eine neue Militair-Capitulatiou von Seite derSchweiz mit Frankreich abgeschlossen und es konnte durch dieselbe erzweckt werden, daß dieZahl der Truppen, die zu den vier Regimentern gestellt werden mußten, von 16,000 auf