12,000 Mann vermindert wurde. — Die neue Capitulation enthielt verschiedene von der frü-hern abweichende Bestimmungen, namentlich bezüglich auf die Organisation der Regimenter,denen nun z. B. auch Artillerie beygefügt wurde. Die Schweiz mußte sich förmlich verpflich-ten, jährlich 2000 Mann Rekruten zu denselben zu stellen, Deserteurs auf eigene Kosten zuersetzen rc. Manche Cantonc mußten zu den schärfsten und zu ganz entehrenden Mitteln grei-fen, um diese Verpflichtung zu erfüllen.
Alle vier Schweizer -Regimenter wurden in dem russischen Feldzug demjenigen Corps dergroßen Armee einverleibt, welches vom Marschall Oudinot, nachher auch von St. Cyr befehligtward und gegen Wittgenstcin focht. Am 25. Brachmonat überschritt dieses Armee-Corps denRiemen und kam Anfangs Heumonat an der Düna an. Hier bestand dasselbe vom 30. Juli bis1. August in der Gegend von Jakubowo, und sodann vom 17. bis 18. August in der Gegendvon Polotzk heftige Kämpfe mit den Russen. Nach einiger Ruhe wurde hierauf am 18. und19. Octobcr neuerdings bey Polotzk und in der Umgegend geschlagen und hierauf trat manden Rückzug an. Polotzk stand in Flammen, man schlug sich mit Wuth in der Nacht vom19. auf den 20. Octobcr in den Straßen der brennenden Stadt bis Morgens nach 2 Uhrund eine Abtheilung der Schweizer deckte den Rückzug. (Diese Nacht war wohl die schrecklichste,welche je Schweizertruppcn erlebten.) Bey den erwähnten Kämpfen, sowie bey den frühern,zeigten die Schweizertruppcn außerordentliche Tapferkeit, Hingebung und Treue. FranzösischeBerichte selbst erwähnen, daß sie bey Polotzk, als sie sich allznrasch dem Feind entgegenstürzten,zurückgehalten werden mußten. Am 23. November nahmen die Schweizer an dem Sturm aufBorisow Theil, am 2/. setzten sie über die Bereszina. Bis auf wenige hundert Mann zusam-mengeschmolzen, nahmen sie am 28. an dem Gefecht, welches sich am jenseitigen Ufer entspann,Antheil. Auf dem weiter» Rückzug theilten sie das Schicksal der großen französischen Armee,welche durch die eingetretene Kälte, großen Mangel an Lebensmitteln, hauptsächlich aberdurch die eingerisieue Desorganisation außerordentlich litt. Zu Wilua geriethen auch mancheSchweizer in Kriegsgefangenschaft, in welcher Stadt schreckliche Scenen Statt fanden. —Im Anfang des Jahres 1813 wurden die Schweizer m den Niederlanden neu organisirt; einTheil kam in dortige Garnisonen, ein anderer Theil folgte den Franzosen nach Deutschland ,eine Abtheilung auch nach Hamburg und Bremen .
Nach der Abdankung Napoleons am 14. April 181-4 kamen die Schweizer in den Dienst desneuen Königs Ludwigs XVkll. Cin Theil lag später au der niederländischen Grenze in Garnison ,einige Regimenter wurden im Anfang des Jahres 1815 nach Paris gezogen. Als Napoleon imMärz 1815 von der Insel Elba zurückkehrte und wieder von dem französischen Thron Besitz nahm,wurden die Schweizer -Regimenter von der Tagsatzung aufgefordert, ihrem, dem König gelei-steten Eide treu zu bleiben. Trotz allen angewendeten Versprechungen und Drohungen ließensich nur einige hundert Mann bewegen, in den Dienst Napoleons zu treten, welche zusammenin ein Bataillon formirt wurden, das an der Schlacht bey Waterloo Theil nahm und dortfast ganz aufgerieben wurde. Der übrige, weitaus größte Theil der Schweizer wurde vonNapoleon verabschiedet, und er ließ dieselben in einzelnen Abtheilungen nach der Schweiz zurück-kehren. Die Tagsatzung nahm die Schweizer -Regimenter, deren Stand am 18. Mai 2020 Offi-ziere und 1579 Unteroffiziere und Gemeine betragen haben soll, in den Dienst des Vater-