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Memorabilia Tigurina oder Chronik der Denkwürdigkeiten der Stadt und Landschaft Zürich / von Friedrich Vogel
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Monat, und nnr an zwey Tagen bemerkte man Wind. Der März hatte siebzehn Schnee- undRegentage und kam in der Temperatur noch kaum über seinen Vorgänger hinaus. April warseit 1807 der wärmste und mit schönen Tagen reichlich ausgestattet. Dagegen hatten Mayund Brachmonat je achtzebn Regentage, an denen dort 4^/-, hier 3'/z Zoll das gefallene Wasserbetrug. Erst am Tauscnd-Rittertag stellte sich schöne warme Sommerwitterung ein, die dannim August so anhaltend wurde, daß dieser Monat im Ganzen genommen die Ao. 1811 und 1819erlebten gleichnamigen an Warme überragte, und daß die in diese Tage (15 bis 19 u. s. w.)verlegte große Waffenübung bey Wohlen mehr als Einen in Gefahr brachte, in Reih undGlied umzusinken, und bevor Hülfe gestattet wurde, zu verschmachten. Am 17. Heumonatentleerten sich über einen großen Theil des Cantons, besonders aber über die Gegend von Weyach ,Eglisau, Glattfelden u. s. f. sehr heftige Gewitter, die namentlich in der letzter» Gemeindedurch Sturm und Hagel bedeutenden Schaden verursachten und von dem Jahressegcn nur dasWenigste übrig ließen. (Im I. 1816 hatte ein schweres Gewitter ebenfalls die letztere Gemeindebetroffen und die damalige drückende Zeit doppelt fühlbar gemacht.) Au demselben Abend ent-zündete ein Blitzstrahl zu Elgg ein Hans (siehe pag. 130). Auch die Gegend um Wintcrthurblieb nicht verschont vom Gewitterschaden. Der Herbstmonat war wieder schön vom 2. bis zum18. An einem dieser Tage konnte eine große ringförmige Sonuenfinsterniß vollständig beobachtetwerden, die in sehr vielen Städten Europas zum Theil hinter Wolken vorging. Der Anfangder Finsterniß erfolgte den 7. Herbstmonat um 1 Uhr 14 Minuten 58 Sekunden, die Bildungdes Lichtrings um 2 Uhr 42 Minuten 4>/2 Sekunden, die Zertrcnnung desselben 43 Minuten42 Sekunden, das Ende der Finsterniß um 4 Uhr 3 Minuten 42>/z Sekunden. Die Lichtab-nahme zur Zeit der größten Verfinsterung war bedeutend, der Farbenton der Luft und aller vonder Sonne beschienenen Gegenstände rötblich, so daß es einem fast vorkam, man sey in einesder Länder versetzt, aus welchem man etwa Beschreibungen von Erdbeben und deren Vorbotengelesen hatte. Das Thermometer fiel von 15 und 16 Graden in wenigen Minuten bis auf 12Grade herunter, was füklbar genug den seltsam schauerlichen Eindruck des Ganzen erhöbte.Das Jahr erzeigte sich für fast alle Gewächse sehr günstig, einzig der Weinstock war von mittel-mäßigem Ertrag, sowohl in Quantität als in Qualität. Die beyden Uebergangsmonate zumfolgenden Jahr waren winterlich kalt und dabey fast durchgehends trocken. Der Novemberhatte in Zürich fünf Schneetage und einen Regentag, an andern Orten nur zwey Schnee- undzwey Regentage. Der Boden fing am 12. an zu gefrieren und setzte dieß fort bis zum 4.Christmouat. Die sieben letzten Morgen des Jahres waren im Durchschnitt OHZo.

18T1. Der Jenner war in der Temperatur nicht viel unter dem vorhergehenden Win-termonat, der Hornung dagegen nächst dem von 1814 der kälteste seit zehn Jahren. In denersten zwey Drittheilen drückte alltäglich die'Sonne durch den Morgennebel hindurch, vom 19.an fiel mehr oft als viel Schnee. Der März war ausgezeichnet in der Zahl der Schnee- undRegentage 21 in Zürich , die Temperatur jedoch verhältnißmäßig warm. Der Aprilübertraf hierin alle seine Namensbrüder seit zwölf und mehr Jahren; vom 7. bis zum 14. undvom 19. bis zum 30. schien von früh bis Abends die Sonne und zwey warme Gewitterregentraten einzig erfrischend in diese Tage. Allein der May hielt das unfreundliche Widerspiel. Nach21 Tagen mit Regen schneite es am 27. von Abends 4 10 Uhr unaufbörlich, am 28. eben-