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falls, nur in körnigter Gestalt, und es entstand am folgenden Morgen ein Reif, der in denThälern der Glatt, der Töß, der Thür und des Rheins am Weinstock bedeutenden Schadenverursachte, während die Seegegenden durch Föhnluftzug und Nebel größtentheils verwahrt wur-den. Man schätzte, daß am 29sten im Bezirk Andelfingen 2800 Jnchartcn Reben erfroren seyen.Der Brachmonat war besonders vom 19. an schön; das Quantum des Regens fiel kleiner aus,als in den sämmtlichen Jahren zwischen 1813 und 1830. Der Heumonat war dagegen mit 22,der August mit 19, der Herbstmonat mit 21 Regentagen besetzt und an 16 Tagen, vom 29.Brachmonat bis zum 29. Herbstmonat, blitzte und donnerte es. Besonders regnete es aber vom9. bis zum 14., (und wieder vom 25. bis zum 29.) August fast in einem fort, so daß die Ge-wässer beynahe die Höhe von 1817 erreichten, und in Ansehung des Weinertrags die ganz ge-ringe Erwartung nicht einmal erfüllt wurde. Dagegen ward ein außerordentlicher Obstsegen fastallgemein eingeerntet. Auch Getreide und Futter für das Vieh geriet!) überaus wohl, und diePreise aller ersten Lebensbedürfnisse blieben niedrig. Der Wintermonat war, mit Ausnahme derdritten Woche, durchgehends schön und verhältnißmäßig warm; der Christmonat windig und beyäußerst tiefem Barometer-Stand in der Nacht vom 24. auf den 25. heftig stürmend, doch in An-sehung der Temperatur milder als jemals seit 1806.
18TT war durch einen kurzen und mäßig strengen Winter und durch einen langen, warmen,gewittcrreichen Sommer ein für unser Klima und unsere Reben fast zu schöner Jahrgang. Nur derJenner hatte an 12 Tagen Schnee und dann schneite es nicht mehr vom 28. Jcnner bis zum30. März, worauf noch drey Tage hinter einander körnichtcr und flockiger Schnee fiel, und am3. April der volle sommerähnliche Frühling eintrat. Am 18. April war das erste Gewitter.Nach dem kalten Morgen des 3. May, an dem zum Glück noch vor Sonnenaufgang ein Nebelden gefrornen Thau an den Pflanzen auflöste und nur einige von fließendem Wasser entfernteWeinberge in der Gegend von Winterthnr mehr und minder beschädigt wurden, folgte gleichwieder eine drückende Hitze, die sich Abends den 5. bey einem entfernten Gewitter (das imuntern Toggenburg ein Haus traf), durch Wetterleuchten, dann aber am 7., 8. und 9. durchfast continnirliches Blitzen, Donnern und an manchen Orten auch durch Schlossen entladete.Am 7. trafen sie die kleinen Weiler und Höfe zwischen Aadorf und Turbenthal , am 8. den FleckenElgg und dessen Umgegend in ungeheurer Menge, doch obne bedeutenden Schaden, am 9. einenTbeil der Stadt Zürich , wo auch der Blitz in ein Hans einschlug, jedoch dem Glockendrahtnach herunterfuhr. Am 7. waren vier Strahlschläge in der Gemeinde Ustcr in Bäume oderins Wasser gefahren. Vom 15. May bis zum 14. Brachmonat fand nur ein Gewitter,das am 12. Statt, und an 3 Tagen fiel etwas Regen. Nun kamen aber im Brachmonatnoch 4, im Heumonat 6, im August 4 Gewitter, und sogar noch eins den 13. Herbstmonat undeines den 6. Weinmonat, um die seltene Zahl XX voll zu machen. Dasjenige am 15. Brach-monat schlug beynahe gleichzeitig in zwey Häuser zu Schwerzenbach und zu Hof bey Egg (siehepag. 131). Zu Opfikon ward an demselben Abend der Thurm der ehemaligen Capelle vomStrahl bedeutend geschädiget. Am 3. Hcnmonat wurde ein Haus zu Hintcrberg, GemeindeStallikon , vom Blitz entzündet. Am 22. August wurde ein arbcitsmüder Mann in Wangen ,während des Feueranschlagens unter halb geöffnetem Fenster, vom Blitz erschlagen, und dasgroße Haus eingeäschert. Am 5. Heumonat brachen von Abends 6—10 Uhr mehrere Gewitter