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Memorabilia Tigurina oder Chronik der Denkwürdigkeiten der Stadt und Landschaft Zürich / von Friedrich Vogel
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1825. Der Jenner war mäßig kalt und hatte nur 7 Schneetage. Der Hornung warmerklich kälter und schneereicher. Am 3. verunglückte im Sturm ein Schiff an der Stelle, wodie Thür sich in den Rhein ergießt; die drey Schiffer, Vater und zwey Söhne, büßten dasLeben ein. Der Schnee fiel vom 2. bis 9. und in sehr bedeutendem Maße den 28. DerMärz hatte noch Schnee und kalt den 1. bis 6. und vom 12. bis 17. Run folgten schöneTage bis zu Ende des Monats und am 30. ein Gewitter. Der April war mchrentheilö schön,die Schncetagc vom 18. bis zum 20. gingen unschädlich vorüber. Im May hingegen warendie Morgen des 15., 16., 17. und 18. gar gefahrdrohend: wo nicht Zugluft das Entstehendes Reifs verhinderte, was indeß zum Glück an weitaus den meisten Orten der Fall war, dasetzte sich derselbe an und schadete. Dieß betraf einen Theil der unweit der Glatt und Thür gelegenen Weinberge. Auch in Zürich fiel das Thermometer jedesmal auf s- 3 oder 2>/z Gradin der Frühe. Am 17. traf Eglisau und die weiter unten am Rhein gelegenen Ortschaftenein Schlosscngewittcr. Der Brachmonat war einer der schönsten seit 1810; er hatte nur11 Tage mit Regen und nicht mehr als ein Gewitter; es kam dieß oer in etwas verspätetenTraubenblüthe gar wohl zu statten. Vom 1. bis 9. Heumonat regnete es täglich, was am9. ein Anschwellen der Sihl zur Folge hatte, die ein Joch an der Brücke bey Zürich unter-höhlte. Die folgenden 3 Wochen waren schön, der August gewitterhaft (den 18. Schlossen wer-fend über Bonstetten ) und regnerisch bis zum 19. Dann folgte eine Reihe schöner Tage vom20. bis zum 4. Herbstmonat, und nach dem Gewitter den 6. wieder bis zum 11. und letztenGewitter d. I. den 13. Auch vom 17. Herbstmonat bis znm 17. Weinmonat waren bloß 7trübe Tage mit mehr oder minder Regen. Vom 18. aber bis und mit dem 20. stürmte undregnete es in einem fort; die Glatt und noch mehr die Töß und die Enlach schwollen an undverursachten Schaden bey Glattfelden , in Töß und unterhalb dieses Dorfes. (Den 31. Heu-monat hatte man in Eglisau und Glattfelden ein Erdbeben verspürt, wobey alle Häuser er-zitterten.) Der Wein dieses Jahrgangs wurde recht gut und haltbar; auch die Korn- undHeuernte fiel gesegnet ans. Der Weinmonar war durch die seltene Zusammenkunft des Mon-des mit Jupiter, Mars und Venus am 9. und 10. und durch einen Kometen ausgezeichnet,der seit dem 5. im Sternbilde des Wallfisches zu sehen war und bey Heller Witterung seinenSchweif bis auf 11 Grad einportrug. (In Afrika soll derselbe über 100 Grade weit sich erstreckthaben.) Vom 22. Weinmonat bis znm 25. Wintermonat waren 26 Tage mit Schnee oder Regen.Der übrige Theil des Jahres wechselte mit sonnigen und trüben oder Schneetagen, und hatteeine mildere Temperatur als kein anderer Christmonat in den Zwanziger-Jahren, außer demvon 1824.

1826. Der Winter dieses Jahres versprach besonders im Jenner sich gehörig zu ge-stalten und zu rechter Zeit wieder abziehen zu wollen. Es regnete in diesem Monat nie,schneiete vom 3. bis zum 20. mit kältlichem Sonnenschein abwechselnd an 9 Tagen;dann war trockene Kälte bis Ende des Monats, die am 16., 25. und 31. etwa 13 bis14 Grade erreichte und einen Monatsdurchschnitt gab, der zwischen 1800 und 1830 der be-trächtlichste war. Der Hornung hatte dagegen, mit Ausnahme von ein Paar Tagen, im Anfangmehr sonnige als Regentage und nur an einem Tag Schnee, den 26. sogar, nachdem es am