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21. stürmisch aus Südwest zu regnen angefangen hatte, ein kleines Gewitter mit Rieselschnecim Zürichsccthal. Die 18 ersten Tage im März waren Frühlingstage, nur 5 Male durchwarmen Regen unterbrochen. Man sah am 19. blühende Aprikoscnbäume; aber gleich am 20.und 21. fiel von früh bis Abends Schnee, was sich am 27. und am 30. wiederholte, dochnur das erste Mal Reifen am folgenden Morgen nach sich zog. Noch viel empfindlicher undfür Baume und Reben nachthciligcr war der Witterungswechsel im April. Nach den schönenund warmen Tagen vom 3. bis zum 16., die nur am 12. und 13. durch Wind und Regeneine Unterbrechung litten, kamen die kalten Morgen des 18. und der beyden folgenden Tage,gleichwohl den Tag über Sonnenschein bis am 22., nun Regen den 23., 25., 26., 27. und28., am 29. Schnee statt dessen, der in Zürich einen Zoll hoch auf den Dächern lag, aufdem Aldis aber 15 Zoll tief sich ablegte. Der folgende Morgen war allen Orten, wo dieWeinstöcke schon Schosse und Träubchen getrieben hatten, und wo die Sonne hell aufging, underst nach 2</z bis 3 Stunden sich hinter Schneewolken verbarg, die Jahrcshoffnung versengend.Dieß war auf beyden Seiten des Albis bis nach Thalweil und auf dem rechten Seeufer bisnach Meilen hinunter der Fall. Zu Fehraltorf erfror die Roggenzelgc und an gar vielenOrten die Triebe der Nußbäumc. Im nördlichen Theile des Cantons war der Schaden weitgeringer, weil am 29. kein körnichtcr Schnee gefallen war. In Zürich , wo das Thermometer1/2 Grad unter 0 zeigte, im Limmatthal und am Grcifensee u. s. w. ward der Himmel beyZeiten bewölkt, und eS folgten Schnee, Riescl und Regen. Auch am 3. May war in feuchtenWiesen wieder ein Reif zu bemerken. Den 4. May Nachmittags war das erste Gewitter undAnfangs der Nacht ein Sturm, der mitwirkende Ursache war, daß sechs Personen unweitRüschlikon im Zürichsee ertranken. Am 9., 10. und 11. waren schon wieder Gewitter, welchedie-Luft erkälteten. Eben so am 19. May. Vom 21. May bis zum 22. Brachmonat regnetees an 21 Tagen, und vier Gewitter traten hinzu, von welchen das letzte, das am 13. Brach-mvnat, zu Hochfelden ein Haus den Flammen überlieferte. Am 24. verspürte man Nach-mittags um halb 2 Uhr im Secfeld und in Stäfa etliche Erdstöße. Mit dem 23. d. M. be-gann indeß gedeihliche und fruchtbare Witterung mit wohlthätigen Thauen, die, durch vierGewitter- und sechs sonstige Tage mit Regen unterbrochen, bis zum 21. Hcnmonat anhielt undwährend der die etwas verspätete Heuernte und die Tranbcnblüthe nach Wunsch vor sichging. Nur das Getreide erholte sich nicht ganz und mußte zu schnell abreisen, was besondersdem Roggen weh that, der schon im Frühjahr durch den Reif gelitten hatte. Auch traf dasGewitter am 2. Uster und Greifcnsce, das am 6. Erlenbach und dasjenige am 8. einigeStriche Reben bey Wollishofcn, mit schädlichen Schlossen unter dem Regen. Das Gewitter,das im Anfang der Nacht des 21. Henmonat Eglisau und Glattfelden durch Hagel und dieWeinberge des erster» Ortes noch mehr durch Schwemmnng des Erdreichs beschädigte, er-öffnete eine Reihe von fünf Regentagen, wodurch Flüsse und Bäche sehr anschwollen undan später erntenden Ortschaften das Getreide zum Nachtheil im Ertrag sich niederlegte. Vom27. Hcnmonat bis zum 26. August war wieder die schönste Witterung, und eine Wärme,die nächst derjenigen von 1807 und 1834 für den Augstmonat den höchsten Durchschnittsgradzeigte. Von den genannten 31 Tagen waren 21 vollkommen trocken, das einzige Gewitteram 11. August beschädigte Oberrieden durch Schlossen. So schöne Hoffnungen jedoch dieser