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Memorabilia Tigurina oder Chronik der Denkwürdigkeiten der Stadt und Landschaft Zürich / von Friedrich Vogel
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Am 23. Morgens um 82/z Uhr beobachtete man in der Gegend von Mcttmenstetten eine derseltensten Erscheinungen in unserm Himmelsstrich:eine Nebensonne, 25 Grad rechts nebender wahren Sonne, die zum Theil in Regenbogenfarben, zum Theil blaß erschien und 40 Gradelinks von der Sonne eine unförmliche Ocffnung in den Wolken, mit einem solchen blendendenLichtstrahl, wie wenn Sonnenstrahlen auf einen Spiegel fallen." Beyde Meteore dauertenetwa 10 Minuten. Vom Hornung waren die erstern 16 Tage größerntheils mit Schnee oderRegen bezeichnet; Schnee fiel besonders vom 11. bis 16.; am 13. war der kälteste Morgendieses Monats, 5 Grade unter 0. Bom 20.28. schien wieder die warme Frühlingssonne.Ebenso nach den Schneetagen, 1.6. März, am 8.16. Am erstern dieser Tage, den 8.,stand das Quecksilber Morgens früh 9 Grade unter 0. Vom 17. März bis zum 3. Aprilregnete oder schneycte es fast täglich ein oder mehrere Male; das letztere, nämlich Schnee, be-schloß diesen Winter den 31. März, 1. und 3. April; am 19. und 21. hatten Stürme dasAequinoctium bezeichnet. Aehnliche Winde (den 8. und 11. April) eröffneten, und das Gewitteram 26. schloß eine Reihe von veränderlichen Apriltagen. Vom 27. April bis 20. May warfast immer schönes Wetter, nur von den Regentagen, 3.-5., und den Gewitter-Abenden am16. und 17. unterbrochen. Da, wo im Anfang April die Bäume nicht von den stehen geblie-benen, zusammengckrümmtcn alten Blättern gesäubert worden waren, zeigten sich jetzt Raupenund Raupengcspinnstc von allen Arten und bedrohten die Obstbäumc mit gänzlichem Kahlwer-den. Im spätern Theile des May erfolgten noch 2, in der zweyten Hälfte des Brachmonats9, und vom 1. bis 24. Heumonat 7 Gewittcrtage oder Abende. Von diesen beschädigte dasjenigeam 30. May in Stäfa die in der Nähe des See's gelegenen Häuser und Keller, auch einenTheil der Güter durch Wassergüsse, Grüningen und Goßau durch Schlossen, von denen nocbam folgenden Tag alles weiß belegt war; das am 17. Brachmonat Mettmcnstetten und Affol-tern ebenfalls durch Schlossen: dasjenige am 6. Heumonat Mettmenstctten, noch viel empfind-licher als das vorige, und Aeugst :c. durch Schlossen, Rifferschweil und Hansen durch Ueber-tritt der Bäche; das am 13. Heumonat Richterschweil, und das am 20. Meilen wieder durchSchlossen. Uebrigens war der Brachmonat der Heuernte und der Traubenblüthe sehr günstig:auf3 oder 4 Gewitter-Abende (16.18., 21.25., 29.1. Heum.) folgten allemal 3 bis 4 voll-kommen warme und schöne Tage. Viel regnerischer war die Zeit vom 6. Heumonat bis zum15. August. In den letzten 7 Tagen erschöpfte sich die schwüle Hitze durch 5 Gewitter undam 17. August bemerkte man einen Reif über den Wiesen bey 3 Grad über 0. Die zweyteHälfte des August und die erste des Herbstmonats hatten, mit Ausnahme des 1.5., fast lauterschöne und zum Theil gewitterhaft schwüle Tage. Am 23. August traf der Strahl den Kirch-thurm zu Hedingen , ohne denselben zu entzünden. Nach den heißen Tagen vom 6.10. Herbst-monat kühlten vier einander folgende Gewittertage vom 12. bis 15. die bis auf 22 Gradsteigende Wärme mächtig ab. Den 12. äscherte der Blitz ein Haus nebst Scheune bey Alt-stetten ein und berührte im HofKlösterli" auf dem Zürichberg 5 Personen, von denen einegetödtct, eine andere sehr schwer verletzt wurde; an diesem und dem folgenden Tag fielen inZürich und an den Ufern des Sees kleine Schloffen. Den 16. Morgens um 3 Uhr wurdeu. a. in Greifensee ein Erdstoß verspürt. Den 17. lag wieder Reif auf den Wiesen und anden vor dem Nordwind gedeckten Stellen. Sonst waren die Tage vom 16. bis zum 1. Wcinmonat