363
das Quecksilber 11 und 101/4 Grade. In der Zwischenzeit gefror das obere und mittlere Beckendes Zürichsees. In den Nächten des 12. und 15. regnete es; aber es fiel neuer Schnee am19. und in größerer Masse am 29. und 30. und der folgenden Nacht: er mußte aber gleicham Tag darauf zu Wasser werden. Der Horuung hatte Anfangs 4 Tage mit Regen und nureinen (den 3.) mit körnichtem Schnee; dann folgte jedoch eine Kälte, die vom 8. bis 28. strengeandauerte, an 9 Tagen Schnee, in der Nacht auf den 20. einen Sturm brachte und am 14.91/2 Grade, am 23. an manchem Orte sogar 12 Grade erreichte. Die erste Hälfte des Märzhatte noch einen Tag mit Schnee (den 1.), dann mit Unterbrechung 6 Tage und 3 Nächte mit Regen;es brach während derselben die Eisdecke des Zürichsees. Erst am 17. und in den folgenden 4Tagen gewann die milde Frühlingssonne Oberhand und am 24. trat auch der Wasserspiegel desGreifensees nach 14 Wochen wieder das erste Mal aus Tageslicht. Stürmisch und regnerischwaren dafür wieder die Nacht des 25. und die Tage und Nächte vom 28. März bis zum 2.April, besonders auch die letzte Nacht dieses Märzmonats, der im Durchschnitt unter seinenBrüdern (1836 bis 1840) bey Weitem der mildeste gewesen ist. Schauerlich frostig zeigten sicknun die Ostertagc (vom 3. bis 5.); alle 3 Tage und alle 4 Nächte schneyte es, in diesen ohne,in jenen mit untergemengtem Regen. Vom 11. bis 15. übten Wind und Regen die Herrschaft;vom 17. bis 25. immer kräftiger die Sonne; aber am 26. bis 29. regnete es zum öftern; amMorgen des 30. kam Schnee darunter und am 1. May und in der folgenden Nacht fiel Schneewie im Winter, auch am 2. schneyte und' regnete es; am Abend desselben Tages kam westlichvon der Stadt ein Gewitter und am 3. mußte endlich der letzte Schnee aus den Thälernweichen. Nach einer Reihe Frühlingstage, die aber durch ein Gewitter am 6. und einen mitRiesel vermengten Regen am 10. unterbrochen wurden, kamen die kalten Morgen des 11. und12.; der Reif, der sich am letzter» Frühmorgen ansetzte, beschädigte mehrere Gegenden undStriche, die in der Nähe von Flüssen, Mühle-Kanälen oder Nietern liegen und vom Windzugeaus Nordost gedeckt waren; dieß war besonders in Ober- und Niederglatt, in Rorbas, Dätt-likon, Neftenbach , Wülfliugen, im Flaachthal und hie und da im Limmatthal der Fall. Esfolgten wahre Maytage mit Sonnenschein von frühe bis auf den Abend. In der Mitte der-selben, am 15., ereignete sich eine Sonncnfinsterniß, die durch das allmälige Ueberbandnehmenund den schrägen Fortschritt des Neumondes über die östliche und südöstliche Seite der Sonnen-scheibe einen über Erwarten schönen Anblick gewährte. Sie dauerte, nach Hrn. EschmannsBerechnung, in Zürich von 2 Uhr 46>/4 Minuten bis 5 Uhr 24^/, Minuten und erreichte5j/2 Minuten nach 4 Ukr 9^g Zoll, den Sonnendnrchmesser zu 12 Zoll angenommen. DasGewitter am Pfingsttage, den 22. May, änderte wieder die Witterung ins Regnerische, Kalteund zum Theil (besonders am 23.) Stürmische; am 27. wie am 23. rieselte es. Die 20 erstenTage des Brachmonats waren ebenfalls mit heftigen Regengüssen und mit 5 Gewittern, die nachden wenigen schönen Tagen und selbst nach Regentagen sich zubereiteten, gar sehr beschwert.Das mittelste dieser Gewitter, am 9. Morgens halb 4 Uhr (nach 5 Regentagen) entzündetezu Oberglatt eine doppelte Behauiung und mittelbar ein zweytes Haus, das jedoch gerettetwerden konnte. Am 20. fuhr ein verheerendes Schlossengewitter über die Gemeinde Elgg undschlug die Saaten, die Schosse der Reben und Obstbäume fast alle darnieder; die Schlossenlagen drey Zoll hoch. May und Brachmonat waren im Morgendurchschnitt die kältesten und