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Endlich ist der Regierungsralh beauftragt, Bericht und Antrag zu bringen über die Wünschbarkeit einesConvikles im Seminar (d. h. einer solchen Einrichtung des Seminars, daß die Zöglinge im Seminar selbstunter unmittelbarer Leitung des Direktors Wohnung, Kost und Erziehung erhalten) und über die Wünschbar-keit eines eigenen Referenten, der unabhängig vorn Seminardireklor über die Leistungen der Volksschule regel-mäßigen Bericht erstatten soll.
Euere Wünsche, betreffend die freye Repräsentation der Kirche in einer gemischten Synode oder auchnur die Ocffentlichkeit der bisherigen Synode, der verlangte Antheil für den Kirchenrath an der Wahl dertheologischen Professoren und des Religionslehrers am Seminar, der Antheil einer gemischten Synode an derWahl einiger Erziehungsräthe, die gewünschte Einführung eines Lehrbuchs in die Real- und Nepetirschule,welches die Hauptpunkte unserer Glaubenslehre enthalte, und die Entfernung eines jeweiligen Seminardirektorsaus dem Erziehungsrathe wurden entschieden verworfen.
Wenn wir nun in diesen Beschlüssen allerdings einige Berücksichtigung der Volkswünsche finden, so ge-stehen wir dagegen offen, daß unsere Besorgnisse keineswegs gehoben sind, und hätten wir nicht mehr Vertrauenauf Euern ernsten Willen, in all' Euerem Leben eine auf den christlichen Glauben gegründete Sittlichkeit zu
offenbaren; wäre nicht vor Allem der Herr, welcher sein Reich behütet, unsere Zuversicht: so könnten wir in
diesen gesetzlichen Bestimmungen kaum irgend eine Garantie finden für die Erhaltung eines lebendigen christliche»Glaubens. Wir können diesen Zugeständnissen des Gesetzgebers um so weniger Werth beylegen, da wir ausseinen Verhandlungen zu unserm großen Bedauern haben ersehen müssen, daß die Volkswünsche aus mancherleyWeise verdächtigt und mit beständigem Mißtrauen verfolgt worden sind, als ob Ihr den Schild des Glaubensnur darum erhoben hättet, um politisch revolutionäre Absichten und ein Streben nach bloß irdischem Gewinn
darunter zu verbergen; als ob Ihr nicht fähig wäret, um Euers Seelenheils willen einen so ernsten Schritt zu
thun, wie Ihr ihn gethan habet.
Tief hat es Euch betrüben müssen, zu vernehmen, mit welcher Verachtung mehrere Mitglieder desGroßen Rathes sich über unsere Glaubenslehre ausgesprochen haben. Euere ernsten Besorgnisse konnten nichtgehoben, sondern mußten eher vermehrt werden, wenn ein Mitglied offen die Frömmigkeit als etwas Werth-loses von sich wies; wenn andere sich erklärten, daß sie nicht nur für sich zu einem großen Theil unserer Glau-benslehre sich nicht bekennen, sondern auch offen behaupteten, daß diese Lehren unwahr, ja sogar, daß einzelnedavon sittenverderblich und staatsgefährlich seyen, woraus ja nothwendig folgt, daß man solche Lehren je eherje lieber beseitigen müsse. Wenn Euere Gegner es wagen, sich so auszusprechen selbst in der Versammlung desGroßen Rathes, wo sie mit Euerem Zutrauen bekleidet, im ernsten Aufblicke zu Gott das Heiligthum EuersGlaubens mit allen Kräften vertheidigen sollten, wie könntet Ihr dabey Euch beruhigen?
Sehet Ihr aber aus die öffentlichen Blätter Euerer Gegner, auf die Art und Weise, wie sie ihren Kampfgegen Euch führen, so liegt offen am Tage, daß sie das Volk, dem sie angehören und an dessen Heil zu ar-beiten sie sich rühmen, mit Hohn und Schmach übcrsudeln. Während aus andern Cantonen unsers Vater-landes, während aus andern Ländern von einzelnen Personen und ganzen Vereinen freudige Zeugnisse Euchzugesandt werden, Ihr habet durch Euere allgemeine Erhebung für den christlichen Glauben nicht nur dem Va-terlande reichen Segen für die Zukunft gegründet, sondern es sey der Segen dieser großen Bewegung zu Gotthin auch bey ihnen so spürbar, daß alle wahrhaften Christen Gott danken für das, was Gott durch Euch undin Euch gethan; während weithin durch ganz Europa die Christen Euch zurufen, Ihr sollet das Licht desGlaubens, welches der Herr selbst unter Euch angezündet habe, leuchten lassen und es bewahren vor aller Un-reinigkeit oder vor dem Erlöschen: so thun Euere Gegner alles Mögliche, dieses Licht entweder ganz auszu-löschen oder es so zu verunreinigen, daß Jedermann sich mit Abscheu von Euch abwende. Während Alle,denen es mit dem christlichen Glauben Ernst ist, mit gespannter Erwartung auf den Fortgang Euers Kampfeshinschauen und mit und für Euch zu Gott beten, Er möge in Euch und durch Euch dem christlichen Glauben