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Memorabilia Tigurina oder Chronik der Denkwürdigkeiten der Stadt und Landschaft Zürich / von Friedrich Vogel
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Holz nach Art derjenigen im Toggenburg und Appenzellerland gebaut und es trägt die Ge-meinde daher in allen Beziehungen einen eigenthümlichen Charakter, was auch von der Be-schäftigungsart der Einwohner gilt, die zum Theil Handel mit allerley Kleinwaaren und zwarbis in weit entfernte Gegenden treiben.

An dem Pfarrhaus, das, wie bemeldet, auf einer luftigen Höhe steht, und gleichden übrigen leicht gebaut ist, müssen immerwährend Reparaturen vorgenommen werden, haupt-sächlich aber geschah dieses im Jahr 1823 und von 18271829. 1833 wurden die Pfand-

güter, bestehend in circa 5 Juch. Wiesen, 4 1/2 Juch. Holz und 28. Juch. Weid, nebst derScheune für 3325 st. verkauft. Am 20. Brachmonat 1835 beschloß der Regierungsrath aufden Antrag des Erziehungsrathes, es soll die Gemeinde Sternenberg , in Berücksichtigung ihrerörtlichen Lage und Verhältnisse, indem daselbst nur zu einem Theil der Sommerzeit Schule ge-halten werden könne, in 5 statt wie bisher in 2 Schulgenossenschaften getheilt seyn. Jedederselben wurde verpflichtet, ein neues Schulhaus zu bauen und ihr unter dieser Bedingungein Beytrag von 1250 fl. zugesichert. Seither haben Schulhäuser gebaut: Roßweid einsolches mit einem Lehrzimmer und einer Lehrerwohnung, das für 3000 fl. affekurirt ist, Kol-lertobel ein ähnliches, welches einen Werth von 1600 fl. hat, Wölfen ebenso. Es istsolches für 2500 fl. assckurirt, Gfell desgleichen. Der Werth des Schulhauses beträgt2200 fl., Steinshof ebenso. In den Jahren 1836 und 1837 wurde auf der Pfrund-lokalität ein Waschhaus, Holzschopf und laufender Brunnen erbaut, was zusammen etwa1300 fl. kostete. Es war damals etwas ganz Neues, ein Gebäude von Stein auf dieser Höhezu sehen.

Das Uebrige siehe Feuersbrünste (1819, 1828, 1831, 1835).

Steuern.

Ueber das Capitel der freywilligen, d. h. Liebes-Steuern ließe sich sehr viel sagen; alleindie Aufzählung aller Steuern dürfte wohl für jeden, der es versuchen würde, eine schwierigeoder beynahe unmögliche Sache seyn. Die meisten dieser Steuern flössen an die vielen Brand-beschädigten und gingen hauptsächlich von der Stadt Zürich aus. Kein Brand-Unglück, ohnedaß nicht wenigstens einzelne Gaben oder Steuern an die betreffenden Geschädigten verabfolgtwurden! Eine zweyte Art von Steuern sind diejenigen, welche für die Wetterbeschädigten imCanton erhoben wurden. Betrafen diese Schädigungen nur einzelne Gemeinden oder Bezirke,so wurde jedesmal von der Regierung bewilligt, daß in den benachbarten Gemeinden, in dembetreffenden Bezirk oder auch in einigen angränzenden, nachdem der Schaden amtlich geschätztworden, sogenannte Liebessteuern erhoben werden durften. Diese bestanden entweder inNaturalien, die theils als Lebensmittel, theils zur Anpflanzung der beschädigten Felder (Saa-mensteucr) verabreicht wurden, oder in Geld. Die dritte und die wichtigste Classe vonSteuern sind die Cantonalsteuern, d. h. solche, die auf Anordnung der Regierung gleichzeitigim ganzen Land für irgend einen Hauptzweck erhoben wurden und nur diese können hier erwähntwerden.

Da im Sommer des Jahres 1819 ein bedeutender Landstrich des Cantons durch Hagel-schlag und Ueberschwemmungen geschädiget worden, so wurde, nachdem der Schaden, der