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Memorabilia Tigurina oder Chronik der Denkwürdigkeiten der Stadt und Landschaft Zürich / von Friedrich Vogel
Entstehung
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stellte den Hintergrund der Barfüßerkirche vor, den Vordergrund bildete die Dekoration des erstenAkts des nachfolgenden Schauspiels, welchem ein Prolog voranging, der von Madame Denygesprochen wurde. Das erste Schauspiel, das aufgeführt wurde, war die Zauberflöte, welcheam folgenden Tag wiederholt werden mußte. Eine geraume Zeit hindurch war das Theaterimmer gedrängt voll, seit einigen Jahren aber im Ganzen nur, wenn schöne Opern gegeben,oder effektvolle und bekannte Schauspiele aufgeführt worden; namentlich aber wurden diejeni-gen Vorstellungen, die auf die zürcherische Geschichte Bezug haben, wie z. B. Hans Wald-mann, Ulrich Zwingli , immer mit Beyfall begrüßt. In den Preisen der Plätze ist seithernur die Veränderung eingetreten, daß seit einiger Zeit diejenigen im Parterre nur 20 ß.kosten. Man versuchte zuerst das ganze Jahr hindurch zu spielen, allein es zeigte sich im Ver-folg, daß den Sommer hindurch der Besuch nicht hinlänglich sey, daher das Theater nur voml. Weinmonat bis Ende May dauert. Im Sommer werden zuweilen von einzelnen Schau-spielern als Ehrengästen Vorstellungen gegeben. Während der Dauer der Theaterzeit fin-den wöchentlich 4 Mal Vorstellungen statt, nämlich am Sonntag, Montag, Mittwoch undFreytag. Der Anfang ist jedesmal Abends 6 Uhr. Die Musikgesellschaft eröffnet und be-gleitet die Vorstellungen durch Musikstücke, die von einer Anzahl dem Theater beygeordneterMitglieder gespielt werden. Von einzelnen auf der Bühne aufgetretenen Schauspielern wur-den bis dahin besonders gefcycrt: Eßlair, Saydelmann, Kunst, Gerstel, Demoiselle Nial,u. s. f. Gegenwärtig besorgt die Direktion, die dritte seit der Entstehung des Theaters,Madame Birch-Pfeiffer.

Theilingen, Weißlingen, siehe Feuersbrünste (1838).

Thierarzneyschule

Durch Beschluß des Kleinen Rathes vom 25. Januar 1820 wurde eine Unterrichtsanstaltfür junge Leute, welche sich der Thierheilkunde widmen wollen, gegründet. Der Unterrichtward auf ein Jahr festgesetzt und in 2 halbjährige Curse abgetheilt. Den Zöglingen bliebgänzlich frey gestellt, wo und wie sie sich verkostgelden wollten, doch durfte ihre Wohnung nicht übereine halbe Stunde von dem Untcrrichtsort entfernt seyn. Als Unterrichtsfächer wurden fest-gesetzt: n) Lehre von der äußern Bildung und Beschaffenheit der Thiere, I») Thierzergliederungs-kunde, e) Physiologie, ä) Gesundheits-Erhaltungskunde, o) allgemeine Krankheitslehre, k) Se-miotik, g) allgemeine Heilkunde, b) Arzneymittellehre, i) Chirurgie, si) Geburtshülfe, I) beson-dere Krankheitslehre und Heilkunde mit vorzüglicher Rücksicht auf Seuchen und gerichtlicheThierheilkunde. Den fleißigsten und fähigsten Schülern sollen am Ende des UnterrichtsjahresPrämien ertheilt werden. Die Lehranstalt wurde der Aufsicht einer Commission von 2 Mit-gliedern aus dem Sanitäts-Kollegium anvertraut, zur Ertheilung des Unterrichts ein erster undzweyter Lehrer angestellt, von denen der erstere 400, der zweyte 240 Frk. fire Besoldung be-zog. Für den ganzen Unterricht hatte ein Zögling den Lehrern 30 fl. zu bezahlen, von wel-chem Honorar dem ersten Lehrer 3/z, dem zweyten 2/z zukamen. Die Unterrichtsanstalt wurdefür eine Probezeit von 3 Jahren aufgestellt und ihr das sogenannte Enderlische Wesen inAußersikl als Lokal angewiesen.

In den drey Unterrichts-Eursen wurden 43 Zöglinge unterrichtet, und zwar 35 Cantons -