647
vorher gehörte sie in gewissen Hinsichten zur Landvogtey Baden. In kirchlicher Beziehungist Urdorf mit Dictikon verbunden, und bildet mit diesem letzter» Dorf und einigen benachbar-ten Ortschaften im Kanton Aargau eine Pfarrgemeinde. Der Pfarrer wohnt zu Ober-Urdorf,wo das Pfarrhaus und eine Kapelle steht, in welcher sonntäglich Kinderlehre und an h. FestenPredigt und Kommunion gehalten wird. Der Hauptgottesdienst findet zu Dietikon statt.
Durch Beschluß des Großen Rathes vom 8. August 1832 wurde die Gemeinde Nieder -Urdorf von Ober-Urdorf getrennt und zu einer eigenen politischen Gemeinde gemacht, wasaber höchst unzweckmäßig genannt werden kann; denn es war bis dahin kaum möglich, die fürdie Gemeindsbeamtung erforderlichen Männer unter den Gemeindsbürgern zu finden; ein war-nendes Beyspiel vor allzu großer Trennung der Gemeinden. — Ao. 1833 wurden die Pfrund-güter, bestehend aus 2 Juch. 3 >/? Vrlg. Wiesen, nebst der Pfarrscheune für 1640 fl. ver-kauft. — Ao. 1836 erbaute die Schulgemeinde ein neues Schulhaus, das zwischen beyden Dör-fern steht, in 2 Stockwerken auf dem untern 2 Schulzimmer und auf dem obern eine Lehrer-wohnung enthält, und ohne Frohndienste 6500 fl. kostete, an welche Summe der Staat einenBeytrag von 400 fl. leistete. Das Schulhaus wird auch zu Gemeindszwecken benutzt.
In den Jahren 1838 und 1839 wurde durch den Bann der Gemeinde Nieder-Urdorfeine Hauptstraße angelegt, die von derjenigen nach Dictikon ablenkt und gegen Hohlenstraßund Bremgarten führt.
Das Uebrige siehe Feuersbrünste (1832, 1833 und 1835).
ist eine der größten Gemeinden des Kantons; denn sie erstreckt sich über 11 Civilgemein-den oder Dörfer, nämlich: Uster oder Kirchuster, Ober-Uster, Nieder-Uster, Freudweil, Näni-kon, Nossikon, Riedikon, Sulzbach, Werikon, Wermathschweil (einen Theil) und Wynikon.
1694
zählte
die Kirchgemeinde
1807 Seelen.
1736
-
- -
2659
1780
-
- -
3200
1836
-
- -
4496
Die Schule zu Uster hatte in der Mitte des vorigen Jahrhunderts 80 — 100 Kinder;Ao. 1839 zählte solche in 2 Classen 119 Alltagöschüler. -
Von 1820 — 1839 wurden in Kirch-Ober- und Nieder-Uster mehr als 50 neue Privat-wohnungen erbaut, im Werth von mehr als 150,000 fl., unter denen mehrere schöne Ge-bäude sich befinden. Es etablirten sich im Umfang der Kirchgemeinde in der bemerkten Periodebedeutende Fabriken oder Industrie-Etablissements, als 1816 — 1817 eine große Spinnereyin Ober-Uster , zur nämlichen Zeit eine solche in Nieder-Uster , mit der seitber ein Kosthaus inVerbindung gesetzt worden ist, Ao. 1823 — 1824 eine solche in Kirch-Uster , gleichzeitig einegroße in Ober-Uster , die im Jahr 1829 — 1830 zu einer mechanischen Weberey eingerichtetwurde, was schon zur Zeit der Volksversammlung im Jahr 1830 erbitterte Aeußerungen dermit Weben beschäftigten Bewohner der östlichen Gegenden des Kantons nach sich zog, Ao. 1825eine solche in Nieder-Uster , Ao. 1836 — 1839 eine zweyte in Kirch-Uster , Ao. 1824 eine