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Memorabilia Tigurina oder Chronik der Denkwürdigkeiten der Stadt und Landschaft Zürich / von Friedrich Vogel
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Unterstrasr.

Diese Gemeinde befindet sich in kirchlicher Beziehung noch in den nämlichen Verhältnissenwie früher, d. h. sie macht einen Theil der Kirchgemcinde zum Predigern in Zürich aus, hataber ihren eigenen Katecheten, der in der Capclle bey der Spannweid die Kinderlehre hältund an Festtagen predigt, und ihren eigenen Stillstand. Es sind in der Gemeinde in den letzt-verflossenen 20 Jahren manche neue Häuser gebaut worden und sie hat an Bevölkerung sehrzugenommen, so daß man im Jahr 1836 bey der Volkszählung 1236 Einwohner zählte. DasSchulhaus befindet sich auf dem Riedtli. Im Jahr 1832 wurde mit dem Ao. 1782 gebautenSchulkaus eine Hauptreparatur vorgenommen, die über 1800 fl. kostete, und wodurch Lehrzimmerund Lehrerwohnung eine sehr bequeme Einrichtung erhielten. Die Gemeinde hat ein eigenes Ge-mcindhaus, das Tavernen-Wirthshaus zur Sonne, früher Weiß Haus genannt, welches aberimmer verpachtet ist. Es befinden sich im Umfang derselben einige Landgüter, darunter namentlichbemerkenswert!) der Becken Hof, ein großer Landsitz an der Hauptstraße, und der Landsitz desHrn. Direktor M. Escher im Lätten, ferner die Badanstalt im Drathschmidli. Der Staatbesaß in dieser Gemeinde zwey Handlehen, die beyde im Jahr 1833 verkauft wurden. Das Lan-doltische, enthaltend Haus und Schweinstall, zwey Scheunen, eine halbe Trotte, Kraut- undBaumgarten, circa 5>/2 Juch. Wiesen, 3 Juch. Reben und Is/z Juch. Gcmeindsgerechtigkeit,wurde für 8010 fl?, das Walderische, enthaltend Haus, Scheune, Schweinstall, Kraut- undBaumgarten, 4 Juch. Wiesen, 2 Juch. Reben und 1 Juch. Gemeindsgerechtigkcit, für 0010 fl.verkauft. Der Spital besaß ein Lehen in der Gemeinde, das Leutholdische, bestehend aus bey-nahe 13 Juch. Garten,- Wies,- Acker- und Rebland, welches im nämlichen Jahr für 9835 fl.verkauft wurde. Gleichzeitig verkaufte auch die Stift 2 Juch. Reben, das sie im Umfang der-selben besaß, für 3000 fl. Anno 1836 wurde neben der ein Jahr zuvor entstandenen ge-mischten Singgesellschaft auch noch ein Männerchor gestiftet, beyde haben ihr Lokal im Schul-zimmer. Seit Anlegung der neuen Hauptstraße von Zürich nach Schwamendingen in denJahren 1837 und 1838 ist die Gemeinde Unterstraß in der Gegend vom Riedtli auch Anstößeran diese geworden, so daß zwey Hauptstraßen und zwey Landstraßen (nach Wipkingen und As-foltern) sich durch den Bann derselben ziehen. Im Frühjahr 1837 beschloß die Gemcindsschul-pflege, es soll eine Schul- und Kinder-Bibliothek errichtet und jährlich 20 fl. aus der Schul-Cassa zum Ankauf von guten und nützlichen Büchern und Jugendschriften verwendet werden.Bis zum 31. Ehristmonat 1839 vermehrte sich die Bibliothek bis auf 63 geschlossene Werke. DerSchullehrer ist Bibliothekar; die Bücher sind im Schulhaus aufgestellt und werden wöchentlichjeden Montag und Donnerstag unter die Schulkinder von der zweyten Real-Classe aufwärtszum Lesen unentgeldlich ausgegeben. Erwachsene Personen haben jährlich 12 ß. an die Eassazu bezahlen.

Unter-Wetzikon , siehe Wetzikon .

Urdorf.

Zu dieser Gemeinde gehören Ober- und Niederurdorf, ein Theil vom Reppischthal undeinzelne Häuser. Sie wurde erst im Jahr 1803 gänzlich dem Canton Zürich einverleibt, denn