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Gothisches ABC-Buch, das ist: Grundregeln des gothischen Styls für Künstler und Werkleute / von Friedrich Hoffstadt
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Ivli, und II der Schäfte und damit zugleich die Tieft der Gcwölbftldcr im Langhaus und den Flügeln, so wiedie in der Centrumslinie der Schaftaxen liegende, Stelle der Dienste uttd der Streben der Umfassungsmauer.

Zm Ganzen habe ich mit Bezug auf die, dem Chor zu Grunde liegende, Quadratur dem Langhauft und je seinenFlügeln vier gleiche Gewölbfelder gegeben, daß erste größere Gewölbftld (an der vordem Facade) ungerechnet,welches durch Anbringung eines Emporbaues als Musikchor benützt werden kann, und dessen Halbschäste(vvl zugleich als Thurmstreben dienen. Aus der Triangulaturbildung der Grundrißverhältniffe des Lang-hauses und seiner Flügel aber habe ich folgerecht auch die Bildung der R-ihung-n des Gewölbnetzes desLanghauses entwickelt, und demgemäß denselben die Formirung eines sechseckigen Sternes ,v.ix^v>(°bereserstes Feld) zu Grunde gelegt, während die von den Punkten vv. und x;- m ,e Ecken . .. u. st f. ausgehendenRippen die diagonale Richtung in den einzelnen Gewol selbem beze.chnen Jede Gewolbft d -st aber m solcherArt mit je einem Sterne ausgefüllt, daß auch in den Räumen zwischen d-esen Sternen auf der Grenzlinie ,°desG-wölbfeldes wieder sechseckige Sterne sich befinden, welche gleichsam m emander stecken. Beachtenswerth -stferner die Stellung der mit u uu oder 8 >).. bezeichneten Rippen indem z. B. -e Nippe« ,,b sich-m zweitenGewölbftld durch den Stern fortsetzt, und, das dritte Gewo bfeld ganz e.nnehmen , b-s an den D.mst de ,zwischen dem dritten und vierten Gewölbfelde stehenden, Schaftes re.chk Lb sich-rg-ndwo eine ähnliche Gewolb-eonstruetion in einer alten Kirche finden mag, ist mir unbekannt; ich habe dieselbe auf re.n geometrischem

Weg- hier entwickelt und glaube dadurch gezeigt zu haben w,e man b°- Ergn ung solcher Gestaltungen zu

o, ^ ^ ° ^ Reibunaen aus der Lrmnaulatur aus symbollschen Gründen besser

verfahren hat. (Uebrigens wurden sich solche ^elyuri^» ^ ''

in den Chor als den Sitz des Allerhe-l-gstm, und d.e Chorre.hungen aus der Quadratur besser,» das Langhaus,

als die Wr da! Wölkest,mmten Räume geeignet haben.) Was die Gewölbreihungen in den Flügeln betrifft,

so grün en sich dieselben auf ein über Eck stehendes Quadrat Der Hauptsache uach habe ich diese Construetion

aus einer der oben Seit- 66 unter U. aufgeführten, alten Origmal-Zechnungen m klein Folio entnommen, und

hier nur noch die Ausfüllung der kleinen, dreieckigen Räume mit Nasen hinzugefügt. Letztere begründen die Ver-

,. . . aus dem Quadrate entnommenen, Gewolbrerhungs-Conftructwn, und

sprechen sich auch"hstr die beiden Hauptelem-nte, auf welche der ganze gothische Kirche,-bau, sowohl geometrisch,als symbolisch, gegründet ist. Die Construetion der Flügel-Gewolbftlder kann man auf folgende Art normiren.Nehme (oberes linkes Feld) die Distanz von 88 bis zum Centrum kk mit dem Zirkel und trage s,e aus demWstikel -- nach es aus dem Winkel ii nach eich aus dem nächsten Winkel (im Dienste des mit II bezeichneten

Sck>aftes?nach eo und aus dem Winkel kk nach fst Zieh- hierauf mit dem Lineal- aus dem Winkel kk dieSchaft ) cy , ^ die Punkte 66 und 66 gerichtet sind, aus dem Winkel KK die zwei

Linien der Zwei ' ^ ^ Winkel U die zwei Linien gegen fk und 6 6, und aus dem vierten

gegen 6 6 un gerrch e / ^ Linien gegen 66 und ff. Die Construetion der Schäfte des Lang-

hauses^be?!^ wegen in - T-gur >' n«t 1 m vergrößertem Maaßstabe gegeben. Der

^ ^ ^ ^ ^ olme Beschreibung zu erkennen, in welcher Art dieselbe aus der Quadratur

Anblick dieser Figur genügt, «m stehenden Winkel des einen Quadrates nur Con.

gebildet ist, wobei es sich von selbst ver,rcoi, ^

«ruetionslinien sind Den G-wölbr-ihungen der b-iden Sakristeien IM K.rchengrundriß von Figur 1 legte ich, (».,,)' . f-^L^f'aen Stern zu Grunde, führte denselben jedoch in beiden auf verschiedene

Arte!'"aus"'^n dm Mittrsten Gewölbstldem des Langhauses und der Flügel (an der vorder Fiwade), welchemden meisten klten Kirchen (und zwar oftmals, weil hier der Musikchor angebracht N dann überhaupt weil die-" ' bilden) eme größere Liefe, als die übrigen Raume enthalten, wollte ich

selben gewissermaaßen m ^ hie nämliche, oder eine ähnliche Reihungsconftruction, wie in den

^?<NewMftld°m Will, was, um nicht in allzu unregelmäßige Gestaltungen zu verfallen, oft sehr

übrigen n Langhauses war es ausführbar, seine Gewölbconstruction auf eine Art zu normiren,

a /"lmtanblick keine auffallendeBerschiedenheit von den übrigen Gewölbfeldcrn (die gleichwohl vorhandendaß der e,an ^ Flügeln wurde die Constmction schwieriger, doch fällt auch hier die Abweichung

E ^n übrigen Gewölbfeldern nicht unangenehm auf. Noch reicher und konsequenter würde die Gestaltungb°" untersten Flügelgewölbe sein, wenn sich auch in ihnen die einzelnen Reifungen durchkreuzten. Was endlichGewölbreihung im Thurme betrifft, so legte ich derselben die Quadratur in der Art zu Grunde, daß ind s Thurmviereck ein anderes Viereck über Eck gestellt, in dieses ein achteckiger Stern gesetzt und letzterer inner-lich durch einen Kreis geschlossen ist, welcher als Deffnung dient, um Gegenstände in den Thurm hinaufwindc»

^ «öniie». Die beiden Wendeltreppen sind symmetrisch zu beiden Seiten des Thurmes angebracht, jedoch deren

Achteck um mehr Abwechslung in den Formen hervorzubringen, über Eck gestellt. Durch die vorerwähnte, blinde

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