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giebelartigen Endigung von Figur 15, dann eine etwas zusammengesetztere an der wimbergenartigen Endigungdes Gitters in Figur 14 angewendet, welche Art zwischen jener in den Figuren 7 und 8 in Mitte steht, während
13, die, in den Figuren 8 und 9 gebrauchten Formen bereits zu den reichen Bildungen gehören. In — Figur 13 isteine laubwerkartige Nasenendigung dargestellt, welche Art in alten Eisenwerken oft vorkommt, und stets von guterWirkung ist. Auch aus dieser Figur ersieht man, daß diese Nasentheile dünner sind, als ihre Umfassung. Diegewöhnlichste Anwendung des Eisenwerks ist diejenige bei Gitterthüren. Die eine Art derselben ist so gestaltet,daß der ganze Thürbogen mit Eisenwerk geschlossen wird. Dergleichen Gitterthüren findet man zuweilen nochin Kirchen, z. B. an einer Seitenkapelle im nördlichen Flügel der S. Ulrichskirche in Augsburg , bei welcher derganze Spitzbogen derDeffnung mit durchbrochenem Maaßwerk von Eisen ausgefüllt ist. In den Figuren 15 und 14sind Beispiele einer andern Art von Gitterthüren gegeben, nämlich solche, welche nicht in einen bestimmten Raumeinzupassen sind, sondern als Thüren von Geländern oder Mauern dienen, sei es, zur Abschließung von Räumenim Innern eines Gebäudes, z. B. bei den, in Kirchen an der Stelle der Letner späterhin errichteten, eisernen Gelän-dern, oder bei der Anwendung im Freien, wie z. B. vor dem Portale des Constanzer Münsters, oder endlich alsGartengeländer. Die Figur 15 wurde schon oben erklärt und ich bemerke nur noch, daß sie lediglich als Skelet ohneAngabe der Dicke der einzelnen Theile dargestellt ist, indem hier nur die äußere Einfassung beider Flügel, als aus
14. stärkeren Eisenstäben bestehend, angegeben wurde. In —Figur 14 dagegen ist die Dicke der einzelnen lothrechten, wieder rundgebogenen Eisenftäbe angedeutet. In der Mitte jedes Thürflügels ist ein stärkerer Eisenstab, der auch auszwei aneinander gesetzten bestehen kann. Während aber die nasenförmigen und laubartigen Verzierungen, als nur miteiner Linie gezeichnet, die dünneren Eisenstreifen vorstellen, besteht die Einfassung der Thürflügel, wie die wagerechteTheilung unter dem obersten Felde aus stärkeren Stäben. Auch in der Mitte des untern Theiles ist eine wagrechteUnterbrechung angeordnet, durch welche die lothrechten Stäbe eine festere Berbindung erhalten. Das Schloß erscheintin beiden Thürflügeln in der Form von viereckigen Schilden, während die übrigen Bierecke durchbrochen sind. Inähnlicher Art kann man eiserne Geländer (nur natürlich einfacher, als ihre Thüren) gestalten. Auch zu Geländernvon Balkönen oder Stiegen eignet sich das Eisenwerk besonders gut. Ein interessantes Beispiel eines gothischenStiegengeländers von Eisen enthält die Frankfurter St. Leonhardskirche in der einen ihrer beiden, auf denMusikchor führenden Treppen. Die mittelalterlichen Fenstergitter sind gewöhnlich gar nicht, oder nur dürftigverziert, weil hier der Zweck nur in der Befestigung, und damals noch nicht die Mode des vorigen Jahrhundertsbestand, die Eisengitter der Fenster von Wohngebäuden zur Erleichterung des Hinaussehens unten mit Ausbau-chungen zu versehen. Uebrigens ließen sich statt letzterer auch im gothischen Style analoge Bildungen gestalten.
i6. In —Figur 16 habe ich einen Wandleuchter von Eisen dargestellt, dessen Hauptbestandteil in einem rechtenWinkel besteht, welcher durch zwei Kloben in die, durch Schraffirung angezeigte, Mauer befestigt wird. Dieserrechte Winkel ist unterhalb durch einen geschweiften Eisenstab von der nämlichen Stärke verbunden, währendalle übrigen Theile aus dünneren Eisenstreifen bestehen. Die nach unten gerichteten, geschweiften Theile vereinigensich in der mittleren Spitze zu einer noch reicheren, lilienartigen Endverzierung, als die Figuren 10 bis 12 enthalten.Alle diese dünneren Eisenstreifen, deren Dicke im Verhältniß zu den drei stärkeren Stäben aus der Zeichnungersichtlich ist, müssen jedoch die nämliche Liefe, wie die stärkeren Eisenstäbe erhalten, d. h. ihre Tiefe muß einerSeite der viereckigen Winkel-Stäbe gleich sein. Die Spitze des obersten, wagrechten Stabes endigt nach Anbringungeines kleinen Gesimschens in einen sich kreuzenden Rundstab, aus dessen lothrechtem Theile sich das, zumAbtropfen der Kerze dienende, Profitchen erhebt, welches nach unten mit einem, in Lilienform ausgeschnittenen,Blechkranze schließt. Solche Wandleuchter kommen (ihrer Hauptform nach) meistens in der Gestalt von Dreieckenvor, und man findet sie noch häufig in Kirchen. Die Stelle, wo (unter dem Profitchen) der sich kreuzende Rundftabangebracht ist, kann man auch so gestalten, daß hier drei Arme sich theilen, wodurch dann der Wandleuchterdrei Profitchen mit drei Kerzen erhält. Wandleuchter von der Form des hier dargestellten eignen sich übrigensweniger zur Ausführung aus Bronze, können dagegen, wenn man eine reichere Bildung wünscht, vergoldetwerden, was im Mittelalter häufig vorkam. Auch in neuerer Zeit (namentlich in Paris ) wendet man die nochim vorigen Jahrhundert sehr üblich gewesene Vergoldung des Eisens mit Vortheil wieder an. Kronleuchterkommen ebenfalls aus Eisen gebildet vor, doch in der Regel nur von einfacher Gestaltung. Was die eisernenOefen betrifft, so wurden auch solche im Mittelalter angewendet, wofür jener im Jagdschloß zu Grünau in derGegend von Neuburg a. d. Donau als Beispiel dienen kann, dessen Hauptform die eines achteckigen Kirchenchorsist, und dessen einzelne Seitenflächen in Felder eingetheilt sind, welche sowohl Brustbilder, als Figuren enthaltenund theilweise mit gothischen Verzierungen geschlossen sind, ungeachtet die über dem bayrischen Wappen ange-brachte Jahrszahl 1536 bereits auf eine Periode deutet, wo der gothische Styl schon fast gänzlich verdrängt war.