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gewußt, indem sie gerade den Chor und die Eingangsfaeade, welche ihre Beleuchtung stets von der Morgen- undAbend-Sonne erhalten, am reichsten gestaltete, und die Fenster gerade dieser Theile mit den reichsten Glasmalereienschmückte. Bei dieser Stellung der Kapelle ergiebt sich zugleich der im Aufriß ersichtliche, von mir an Ort undStelle nach der Natur aufgenommene, landschaftliche Hintergrund mit der Burg Hohenschwangau (dem Sommer-aufenthalt Sr. Königl. Hoheit des Kronprinzen von Bayern ) auf der linken, und dem hohen Sailing auf derrechten Seite, welcher mit seinen kahlen Felsenhäuptern die Gegend überragt. Was die Art betrifft, in welcherdie Verhältnisse des Aufrisses aus jenen der geometrischen Grundrißconstruction entwickelt sind, so bin ich hierbeiauf die nämliche, das ganze Werk hindurch gelehrte Weise verfahren, und es mag denjenigen, welche dieses Buchstudiren, zur Aufgabe dienen, die Folgerung dieser Aufrißverhältnisse aus den Linien des Grundrisses aufzufinden.
m Schlüsse des erklärenden Textes der Vorlegeblätter dieses Lehrbuches will ich noch einmal den Inhaltdes Ganzen kurz zusammenfassen. Zuerst erklärte ich beim Vorlegeblatte i die Construction der geometrischenGrundfiguren, auf welchen alle Formen und Gestaltungen des gothischen Styles beruhen. Beim Vorlege-blatte II zeigte ich an einzelnen architektonischen Theilen (namentlich an Sockeln und Schäften verschiedener Art),wie aus diesen geometrischen Grundfiguren und deren Uebereckstellung, theils über, theils in einander, die Grund-formen, d. h. die Grundrißformen des Styles gebildet, und in welcher Art diese aus dem Grundriß in den Aufrißausgezogen werden. Beim Vorlegeblatte m lehrte ich, wie aus diesen nämlichen geometrischen Grundfiguren auchdie geometrischen oder sogenannten gothischen Verzierungen gebildet werden, nämlich wie aus der Uebereckstellungder geometrischen Figuren in einander die Punkte, in welche der Zirkel zur Beschreibung der verschiedenen Liniendes Maaßwerks eingesetzt werden muß, sich von selbst ergeben. Ebenso habe ich bei den Vorlegeblättern xviibisXXVIII nachgewiesen, daß die nämlichen geometrischen Figuren auch der Bildung der vegetabilischen Verzierungendes Styles, nämlich dem Blumen- und Laubwerk (besonders den verschiedenen Arten von Rosetten) zu Grundeliegen. Die Construction des Maaßwerks insbesondere wurde in seinen Hauptformen beim Vorlegeblatte v (durchallmählige Entwicklung auch der reichsten Formen aus einem ursprünglichen Skelete), in seinen einzelnen Bestand-theilen (im Grundriß, Aufriß und Durchschnitt, nebst dem Nachweise über die Bestimmung der Tiefe seinerGliederung) beim Vorlegeblatte vi, und mit zusammengesetzter Gliederung beim Vorlegeblatte VII erklärt.Die Construction der verschiedenen, im gothischen Style vorkommenden Arten von Bögen zeigte ich beim Vor-legeblatte IV, und die Anwendung dieser Bogenarten auf die Thürformen beim Vorlegeblatte X. Beim Vor-legeblatte vn wurde zugleich der Ursprung aller Gewandgliederungen aus dem Abfasen oder Wegnehmen desrechten Winkels nachgewiesen. Die Regeln über die Grundriß-Construction des Kirchenchors aus der Quadratur,Triangulatur, oder andern Vielecken, und über den Auszug des Chores aus dem Grund- in den Aufriß wurdenbei den Vorlegeblättern xiii. x. und so wie die Entwicklung der übrigen Grundrißverhältnisse der Kirche unddie mannigfaltige Art deren Ableitung aus der Grundrißconstruction des Chorschlusses (sei es aus seiner Quadraturoder Triangulatur) bei dem Vorlegeblatte xiv. 8. erklärt. Ferner wurde die Bildung der kleinen Quadraturen,oder die alte Meisterregel, wie aus der Quadratur der Mauerdicke das Maaß für die Größenbestimmung derProfil-Ausladung aller Glieder eines Werkes (insbesondere für die Sockel und Simse, Gewänder, Pfosten,Schäfte, Dienste, Reibungen, Fialen und Kreuzblumen) abgeleitet wird, bei dem Vorlegeblatte xm. 8. erklärt,und im Vorlegeblatte XII eine Auswahl von Sockeln und Simsen, theils durch Quadratur- theils durch Trian-gulatur- Regeln conftruirt, im Vorlegeblatte x aber auch die Grundrißconstruction der Thürgewandprofilirungenaus der Quadratur und Triangulatur der Mauerdicke entwickelt. Die Gewölbconftructionen insbesondere, sowohlder Kreuzgewölbe, als der Gewölbereihungen im Scheitrechten und Gewundenen, wurden hinsichtlich ihrer Grund-risse in den Vorlegeblättern xm. 8. und xiv. x., und hinsichtlich der Art des Auftrags der einzelnen Reibungen(oder Bögen der Gewölbrippen) in den Aufriß bei den Vorlegeblättern xiv. X. und 8., die Bildung der Gewölb-anfänge und Gewölbdienste aber beim Vorlegeblatte vm erklärt. Die Construction der Schäfte, sowohl derDecken- als Gewölb-Schäfte wurde bei den Vorlegeblättern ii, vii und vm (insbesondere die Bestimmung derStärke von Kirchen - Schäften aus der Quadratur oder Triangulatur des Kirchenchores bei dem VorlegeblatteXIV. 8.), dann die Construction der Bildsäulen, Kapitäle und Kragsteine bei den Vorlegeblättern VIII und xxierklärt, und in Bezug auf die Deckenschäfte auch die Bildung getäfelter Decken bei den Vorlegeblättern vmund XIV. X., dann die Bildung getäfelter Wände bei dem Vorlegeblatte XXXV gezeigt. Die Entwickelung derFormen der gothischen Kirchenfenster, dann ihr Zusammenhang mit den Strebepfeilern wurde bei dem Vorlege-blatte XI, und die Construction der verschiedenen Arten von Strebepfeilern in den Vorlegeblättern XI und IX,
so wie in letzterem auch die Construction der verschiedenen Arten von Thürmen, insbesondere aus der Quadratur
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