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und Triangulatur, erklärt. Die Construction der Fialen und Wimbergen, dann der Baldachine und Tabernakelwurde bei den Vorlegebättern XV und XVI, wie auch XXXVI, erklärt. Die Bildung der Wappen, fliegendenZettel und gothischen Buchstaben wurde bei den Borlegeblättern xxix bis xxxi gezeigt. Ferner wurde dieAnwendung des gothischen Styls auf die Behandlung des Holzwerks beim Vorlegeblatte xxxir, auf dieBehandlung des Metallwerkes beim Vorlegeblatte xxxm, und für die Ausschmückung von Gemälden bei denBorlegeblättern xxxv und xxxvi gezeigt; in den Borlegeblättern xxxiv, dann xxxvn bis xxxix abereinige einfache Grabdenkmale dargestellt, und durch dieselben, so wie die im Vorlegeblatte X8 gegebene Kapellegezeigt, wie die vorgetragenen Regeln bei der Entwerfung und Ausführung von Monumenten in Anwendungzu bringen sind. Endlich muß ich nochmals darauf aufmerksam machen, daß der nachstehend bezeichnete Inhaltfolgender Vorlegeblätter zur Begründung der Aechtheit der, in diesem Buche gegebenen, Lehren aus alten Quellengeschöpft ist. Im Vorlegeblatte xm. 8. enthalten die Figuren 1 bis 2 Copien in verkleinertem Maaßstabeund die Figuren 1, b aä 2 und 3 Copien in der nämlichen Größe nach den oben S. 65 unter i. 8. aufge-führten, alten Steinmetz-Meisterrisfen, die Figur 5 eine Copie aus der S. 67 erwähnten FialengerechtigkeitMeister Roriczer's von 1486, und die Figuren 4 und ud 4 Copien von den S. 65 unter i. x. 6 aufgeführten,alten Meister-Chablonen von Blei. Im Vorlegeblatte xiv X. enthalten die Figuren 2 bis 4 Copien in der näm-lichen Größe nach den Kupfern des S. 67 genannten Werkes von Meister Manisch von 1695, die Figuren 5 bisv ad 5 Copien in verkleinertem Maaßstabe nach den Steinmetzrissen, welche in dem S. 66 unter m. 1 aufge-geführten, alten Manuskripte enthalten sind, die Figur 6 eine verkleinerte Copie nach einem der S. 65 unter 1.6.erwähnten Steinmetz-Meifterrisse, und die Figur 7 eine verkleinerte Copie nach einem der S. 66 unter n genannten,alten Steinmetzrisse. Im Vorlegeblatte xiv. 8. ist die Figur 2 eine verkleinerte Copie nach einem der S. 65 unterI. X. aufgeführten, alten Alabastermodelle, die Schaftgrundrisse 7 bis 10, dann die geometrischen Figuren 11 bis18 und 20 sind verkleinerte Copien nach Albrecht Dürer's S. 67 unter m 4 genannten Werke, und die Figur 21ist eine verkleinerte Copie nach einem der, S. 66 unter n erwähnten, alten Steinmetzrisse. Im Vorlegeblatte XVsind die Figuren 1 und 2 (nur um weniges) verkleinerte Copien aus Meister Roriczer's Fialengerechtigkeit. ImVorlegeblatte XIX stellt die Figur bud 4 den verkleinerten Grundriß einer, von mir nach der Natur aufge-nommenen, Kreuzblume einer Fiale des Frankfurter Domthurmes dar. Die Figuren des Vorlegeblattes xxvisind Copien im nämlichen Maaßstabe nach Originalhandzeichnungen des Meisters Hans von Böblingen von 1435.Die Figuren des Vorlegeblattes xxx enthalten (nach der Natur aufgenommene) Wappen nach mittelalterlichenGrabsteinen. Im Vorlegeblatte xxxi sind die, in der untern Hälfte dargestellten Buchstabenffelete des kleinengothischen Alphabets aus dem vorerwähnten Werke Dürer's in der nämlichen Größe wiedergegeben. Hierin bestehendie, in der Vorrede erwähnten, Ausnahmsfälle, indem die sämmtlichen übrigen Figuren der vorgenannten, so wiedie Zeichnungen aller übrigen Vorlegeblätter keine Copien oder Nachahmungen nach alten Werken, sondern selbft-ständige Compositionen enthalten, was nothwendig war, wenn der Verfasser seinen Zweck erreichen wollte, nämlich:zu zeigen, wie man es anzufangen hat, wenn man im gothischen Style componiren, d. h. ohne den seither üblichenNothbehelf der Benützung von Copien nach alten Mustern selbftftändige Werke entwerfen und ausführen will,was nur dadurch erreicht werden konnte, daß den Lernenden (wie geschehen) gleichsam vorcomponirt, und dabeizugleich gezeigt wurde, wie man diese Compositionen in diesen oder jenen Theilen auch anders, als geschehen, undwie, hätte gestalten können. Somit glaubt der Verfasser die Aufgabe, die er sich nach der Vorrede gestellt hatte,gelößt, nämlich einerseits dasjenige gelehrt zu haben, was man zu wissen braucht, um im gothischen Style nacheigner Erfindung arbeiten zu können, andererseits aber auch durch die von ihm gegebenen, verschiedenen Quellen,und besonders durch die hier zum erstenmale veröffentlichten, mittelalterlichen Steinmetz-Meisterstücke und Zeich-nungen bewiesen zu haben, daß die von ihm aufgestellten Regeln die ächten, d. h. die nämlichen sind, deren sichunsere alten Meister bedienten, und welche bei der wirklichen Ausführung von Rissen für die Werkleute unent-behrlich sind. Als eigentlicher Leitfaden für das Studium gegenwärtigen Buches ist am Ende desselben das besonderszu diesem Zwecke in systematischer Form ausgearbeitete Inhaltsverzeichniß beigefügt, in welchem bei jedem ein-zelnen Gegenstände sowohl auf die betreffenden Figuren der Vorlegeblätter, als die Seitenzahlen des Texteshingewiesen ist. Ich schließe diesen Abschnitt mit dem Wunsche, wie mit der Hoffnung, daß die von mir vorge-tragenen Lehren allen Künstlern und Werkleuten, namentlich den Architekten und Steinmetzen, Bildhauern undOrnamentisten von Nutzen sein möchten, damit die aufstrebenden Talente, welche mit Liebe unserer herrlichenvaterländischen Architektur zugewendet sind, sich in derselben immer mehr befestigen und dereinst ihre Wiedergeburtherbeiführen!