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sind, welche vorn römischen Basilikenstyle zum mittelalterlichen Rundbogenstyle hinüberreichen, ist weiter unten dieRede. Ja sogar die, erst in der spätern Periode des Rundbogenftyls erscheinenden, und im Uebergange zum Spitz-bogenstyle sich weiter entwickelnden Strebepfeiler der Gewölbe haben bereits ihre Vorläufer in den Bädern Diokle-tians zu Rom , in welchen die, aufSäulen sich erhebenden, Kreuzgewölbe außerhalb auf dem Dache, zwar nicht durcheigentliche Strebepfeiler, wohl aber durch Strebemauern gestützt sind. Diese kommen ersteren ziemlich nahe,weil sie mit Durchgängen versehen sind. Solche Wahrnehmungen lassen das, durch die ganze Geschichte derArchitektur laufende, Band nicht verkennen, welches alle Zeitalter umfaßt, und oftmals rohe Vorbilder ausfrühen Jahrhunderten mit Formen verbindet, welche erst in weit spätern Perioden und oft bei ganz andernVölkern zur eigentlichen Entwicklung und Ausbildung gelangten. So enthält die römische Architektur in ihrenkreisrunden, mit Kuppeln geschlossenen, Tempeln oder Mausoleen die Anfänge zum spätern byzantinischenKuppelbaue. Die römischen Kuppeln erheben sich (wenn auch der kreisrunde Tempel, wie jener der Vesta zuRom , außerhalb von einer Säulenstellung umgeben war) wesentlich auf der kreisrunden Mauer, was manganz anschaulich bei dem Parthenon sieht, und enthalten mithin eine höchst einfache Conftruction. Dieß ist dieRegel, wenn auch das Mausoleum der Constantia außerhalb Roms eine merkwürdige, bereits weitere technischeFortschritte zeigende, Ausnahme bildet, indem seine kreisrunde Mauer auf Säulen sich erhebt. Der römischeStyl, ursprünglich ausgegangen von den Principien des griechischen, hat, so sehr er auch in seinem Verfalleausartete, doch für alle Zeiten das Verdienst, die Wölbungskunst ausgebildet, und durch seine Kuppeln undKreuzgewölbe die Vorbilder gegeben zu haben, welche einerseits im byzantinischen Style, und andererseits imspätern Basilikenstyle ihre weitere Entwicklung erhielten. Endlich enthält der römische Styl schon Elemente,welche als die Vorläufer des mittelalterlichen Achteckbaues erscheinen. Dieß sind die achteckigen römischenTempel, von welchen der vorerwähnte des Jupiter zu Spalatro ein Beispiel, und auch deßhalb merkwürdigist, weil er in seinen, in der Mauerdicke enthaltenen, vier viereckigen Nischen die später so bedeutungsvollgewordene Form des griechischen Kreuzes bereits andeutet. Ueberhaupt charakterisiren die Nischen das Innereder römischen Gebäude, seien diese kreisrund, Polygon oder oblong. Sie sind von kreisrunder, viereckiger, oderabwechselnd von beiderlei Gestalt in der Mauerdicke, und zwischen ihnen, von den schmalen, übriggebliebenenWandstellen Säulen angebracht, welche scheinbar das Gewölbe tragen. Uebrigens kommt die Form des Achtecks,wenn auch ganz vereinzelt, schon in der letzten Periode der griechischen Architektur am Thurme der Winde zu Athen vor. Diese Grundrißform des Achtecks ging zunächst, theils in die byzantinische Architektur, -theis in den Stylder altitalienischen Baptifterien über. Endlich finden wir in der römischen Architektur eine weitere Entwicklungder oben erwähnten etruskischen, kegelförmigen Grabmonumente, indem dieselben eine mehr thurmartige Gestaltannahmen, gewöhnlich rund, wie das sogenannte Grabmal der Servilier, oder jenes der Cäcilia Metella beiRom ; oder selbst als eigentliche Thürme, von runder oder viereckiger Form, vorkommen. Ohne Zweifel waren siemit pyramidalen, und bei Rundthürmen mit kegelförmigen Spitzen geschlossen, wie das vom römischen Adler(nquila) „Eichelftein" genannte Grabmal des Drusus in Mainz beweist, dessen durch die Zeit zerstörte Spitzenoch in Merians Abbildung deutlich zu ersehen ist. Sonach sind selbst für den mittelalterlichen Thurmbau inseiner ältesten, einfachsten Art Vorläufer im römischen Style zu erkennen.
v. Verbreitung gesunkener römischer Bauart in denjenigen Provinzen, inwelchen die römische Herrschaft durch Gründung germanischer Reicheunterging.
n den römischen Provinzen außerhalb Italiens , in welchen im Laufe der Völkerwanderung die römischeHerrschaft gestürzt, und germanische Reiche gegründet wurden, in England, Spanien, Frankreich undDeutschland (jedoch in letzterem in geringerem Maaße und auch nur theilweise), war die gesunkeneantike Kunst durch die, Jahrhunderte umfassende, Herrschaft der Römer einheimisch geworden, undhatte daher großentheils schon vor Einführung des Christenthums Wurzel gefaßt. Das Evangelium drang indiesen Ländern zwar unter der römischen Herrschaft, doch nicht unter ihrem Schutze ein, denn die christliche