Buch 
Memorabilia Tigurina oder Chronik der Denkwürdigkeiten der Stadt und Landschaft Zürich / von Friedrich Vogel
Entstehung
Seite
111
JPEG-Download
 

111

Das Schulhaus zu Eglisau ist zwar alt, wurde aber von 18201836 öfters restaurirtund in der jüngsten Zeit nahe an 5000 fl. daran verwendet. Es befinden sich in demselbendas Lehrzimmer der Elementarschule und die Wohnung des Sckundarlehrers; das Lehrzimmerder Realschule ist in dem Gemeindhaus.

2>n I. 1814 wurden die dem Staat gehörenden Schloßgüter und Gebäude für 16,710 fl. ver-kauft, dabey aber der Hauptchurm des Schlosses/ 6as in Seglingen zunächst der Rheinbrücke stand,vorbehalten, um die vortrefflichen Bausteine an demselben später je nach Umständen benutzen zukönnen. Unterm 9. Jenner 1821 wurde der von der Bergwerks-Commission mit dem badischenHofrath und Salinen-Direktor Glenk von Ludwigshall auf 8 Jahre abgeschlossene Vertrag,wornach sich derselbe unter gewissen Bedingungen dazu anheischig machte, vorzüglich in derUmgegend von Eglisau in seinen Kosten nach Salz zu graben, vom Kleinen Rath genehmigt;die Arbeiten begannen am 1. März bey dem alten Schlosse auf dem linken Rheinufer, unge-fähr 14 Fuß von demselben. Ungeachtet man gegen 700 Fuß tief gelangte, war man gezwun-gen, aufzuhören, weil das Gestänge entzwey brach und die Beschaffenheit des Berges nichtdie erforderliche Sicherheit zu gewähren schien. Im folgenden Jahr fing man an, am jensei-tigen Ufer des Rheins gleich unterhalb des Städtchens ein zweytes Bohrloch zu öffnen underreichte unter vielen Schwierigkeiten eine Tiefe von mehr als 800 Fuß. Das Wasser war zwarsalzig, allein der Salzgehalt nicht hinlänglich, daher die Bohrversuche später aufgegeben wurden.

Schon 1827 wurde in Eglisau eine Sekundärschule als Gemeinds-Anstalt eröffnet und indem besagten Jahr durch freywillige Privatbeyträge auf einmal 7000 fl. zu einem Fond fürdieselbe bestimmt. Das Lokal der Schule befindet sich in einem Privathaus. Seit 1833 isteine Mädchen-Arbeitsschule mit zwey Lehrerinnen damit verbunden. Ao. 1833 wurden diePfrundgüter, bestehend in ungefähr 2 Vierling Reben, um circa 1250 fl., 1834 die sogenannteTaubenwiese für 650 fl. verkauft. 1835 erbaute die Schulgemeinde Tößriedern ein

neues Schulhaus mit Lehrerwohnung, das 4000 fl. kostete, an welche Summe der Staat einenBeytrag von 500 fl. leistete.

Gegenwärtig besitzt der Staat noch in Eglisau außer den Pfarrgebäuden:

1) das neue Zollhaus auf der Seglinger-Seite dicht bey der Brücke gelegen, wo früherder Zoller, gegenwärtig der Zoll-Pächter seine Wohnung hat. Dasselbe wurde im I. 1811erbaut;

2) das alte Zollhaus, etwas oberhalb gelegen, welches bis 1833 dem vom Staat zurEontrolirung des Zolles angestellten Zollwart zur Wohnung diente;

3) das Salzhaus, am nördlichen Ufer des Rheins unweit der Brücke gelegen, dessenunterer Boden nebst der Wage im I. 1835 von der Gemeinde dem Staate abgetreten ward,wofür ihr 14 Juch. Waldung überlassen wurden. In demselben könnten nöthigenfalls 3000 FässerSalz aufbewahrt werden. Zur Besorgung des Salzes ist hier vom Staat ein Salz-Faktorangestellt, welcher in Verbindung mit dem Hausmeister die Controle über den Ein- und Aus-gang des Salzes zu besorgen hat, ferner ein Küfer und zwey Ladknechte. Ao. 1831 mußtenin dem Salzhaus zur Sicherstellung des Trämbodens Bauten und zunächst demselben Wuhrungs- ,arbeiten vorgenommen werden, die zusammen 1200 fl. kosteten; 1837 wurden die Wuhrungenerneuert, ein Theil des Landungs- und Hausplatzes bepflastert;