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Memorabilia Tigurina oder Chronik der Denkwürdigkeiten der Stadt und Landschaft Zürich / von Friedrich Vogel
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Im I. 1828 wurde zu Vorder - Strahlcgg ein artiges Schulhaus ohne Lehrerwohnung vonHolz erbaut. Dasselbe ist mit Schindeln beschlagen (eine Bauart, die in dortiger Gegend gleichwie im Toggcnburg und Appcnzellcrland ziemlich allgemein üblich und sehr zweckmäßig ist). DieBaukosten stiegen wegen des kostspieligen Transports auf die hohe Berg-Terrasse, auf 1200 fl.,an welche Summe der Staat 125 fl. beytrug. Im I. 1829 richtete die Schulgemeinde Lenzenin ihrem Schulhaus ein besseres Schulzimmcr ein und der Lehrer, der das bisherige zugleich alsWohnzimmer benutzt hatte, bezog eine andere Wohnung. Die Pfrundgüter, bestehend in circa3 Juch. Wiesen, 12l/; Juch. Weiden, Zs/z Jnch. Strohriedt und 19s/z Juch. Holz, wurden imI. 1833 für 5717 fl. verkauft. Im I. 1834 wurden die drey Glocken im Kirchthurm, nach-dem zwey derselben Risse bekommen hatten, von Rosenlächer in Constanz um-, eine vierte neugegossen und ein ganz neuer Glockcnstuhl errichtet. Die Unkosten beließen sich auf etwa 2100 fl.,wovon mehr als 2/z durch freywillige Beyträge gedeckt werden konnten. Das Geläute ist nunharmonisch und angenehm.

Die wichtigste Veränderung, die in der letztvcrflossencn Zeit in der Gemeinde sich zugetragen hat,ist unstreitig die durch das Hauptthal geführte neue Straßen-Anlage, wodurch dieses Thal, welches manvorher wenigstens mit Bezug auf die holpcrigtc und sehr schmale Straße nicht mit Unrecht gleichsamals einen verlorenen Theil des bantons betrachten konnte, mit den übrigen Landesgegenden nachoben und unten in zweckmäßige Verbindung gesetzt worden ist und in vielen Beziehungen beträcht-lich gewonnen hat. Im I. 1835 wurde mit dieser Straße an der Grenze der Gemeinde Bauma der Anfang gemacht; 1836 die Strecke von Stäg bis gegen Schmittenbach auf 5000 FußLänge; Ao. 1837 diejenige von Schmittenbach bis Oberhof auf 5135 Fuß Länge und von Gib-schweil bis an die Grenze der Gemeinde Wald auf 7200 Fuß Länge; in den Jahren 1836 und1837 in der Gegend bey Stäg drey offene Brücken über die Töß erbaut; endlich im I. 1839ist auch die Strecke von Obcrhof bis Gibschwcil auf 6071 Fuß Länge zur Ausführung gekommenund damit kann gegenwärtig die ganze Straßenanlage durch das Thal als vollendet betrachtetwerden.

Das Weitere, siehe Fcnersbrünste (1821, 1828, 1833, 1837 und 1838).

Flaach

bildet mit Volkcn eine Kirchgcmeinde, welche

Ao. 1736 . . 1100 Seelen

1836 . . 1361

zählte.

Im Jahr 1820 erbaute die Schulgemeinde Vollen ein neues Schulhaus ohne Lehrer-wohnung, welches 796 fl. 11 ß. kostete, das Holz nicht gerechnet, das die Gemeinde dazu gab,an welche Kosten der Staat einen Beytrag von 100 fl. leistete. Ao. 1827 wurde nach lan-gen Prozessen zwischen einer Mehrheit und Minderheit der Bürger der Gemeinde Flaach dasalte, baufällige Gemcind- und Schulhaus niedergerissen und an der gleichen Stelle an dieZehntenschcune ein neues dreystvckiges Gebäude, 2/z massiv von Stein, t/z aus Riegelgespann,angebaut, das hell und geräumig und mit einem artigen Thürmchen nebst Uhr und Glocke ver-sehen ist, welche letztere in die Gemeinde ruft und zugleich als Fenerlärmzeichen dient. Dieses