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Memorabilia Tigurina oder Chronik der Denkwürdigkeiten der Stadt und Landschaft Zürich / von Friedrich Vogel
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Gebäude kostete ohne das Gemcindwerk und das Holz, das aus der Gemeindwaldung verab-folgt, und ohne Steine und Sand, die aus der Thür genommen wurden, 4465 fl., woran derStaat 225 fl., Hr. van Mater in Goldcnbcrg 100 fl., ein Bürger von Altikon 50 fl. und ver-schiedene andere Gönner ebenfalls 50 fl. beytrugen. Die untere Stube dient als Gemeinds-stube; im zweyten Stock wird Elementar-, im dritten Real-Unterricht ertheilt. Im I. 1833wurden die hiesigen Pfrnndgüter, bestehend in 1 He Juch. Baumgartcn, 1 Juch. Wiesen, 1HZ Juch.Reben, 1/2 Juch. Holz und Gesträuch, HZ Juch. Klceland und etwas Püntcn, nebst Scheune für1625 fl., 183o der Zchntkeller nebst Fassen und Fahrnnssen um 420 fl. verkauft. Seit Ao. 1836 hatsich eine Sekundärschule gebildet, welche in einem Privathaus gehalten wird. Im I. 1837ließ der Staat den Kirchthurm herstellen und frisch bctünchen, was ungefähr 600 fl. kostete.Im nämlichen Jahr wurde das Pfarrhaus, das zu obcrst im Dorf und nur einen Büchsenschußvon demjenigen von Berg entfernt liegt, so daß man einander zuwinken und zurufen kann, voninnen und auswendig bedeutend rcnovirt, ein neues Waschhaus und Holzschopf erbaut, waszusammen 3500 fl. kostete. Die Thür ist noch wie früher ein gefährlicher Nachbar des Ortsund würde dringend eine Correction erheischen.

Ein bemcrkenswerthcr, aber keineswegs erfreulicher Umstand ist, daß seit 1820 die begü-terten Bürger und Bürgerinnen theils gestorben, theils auS der Gemeinde weggezogen sind, unddaß diese überhaupt in gänzlicher Ermanglung industrieller Erwerbszwcige und ordentlicher Stra-ßen in ihrer Oekonomie leider nicht vorwärts schreitet.

Das Weitere, siehe Fencrsbrünste (1820 und 1823).

Fleischschatzimg

oder amtliche Festsetzung des Preises der verschiedenen Fleischarten, wurde durch das Gesetzvom 2. Henmonat 1835 aufgehoben und verordnet, es soll das Fleisch beym Gewicht, das Pfundä 36 Loth, verkauft werden, das Abschlachten von Vieh und der Verkauf des Fleisches unterpolizeylichcr Aufsicht stehen. Anfänglich murrte das Publikum über diese Maßregel, nach undnach gewöhnte man sich daran. Die Metzger haben freylich dabey nichts verloren und wünschendaher die Fleischschatzimg auch nicht mehr zurück.

Flüchtlinge.

Nicht leicht in älterer oder neuerer Zeit hat eine auswärtige politische Angelegenheit so sehrdas Interesse des Publikums in unserm Eanton in Anspruch genommen, als diejenige der Griechenbey ihrem Aufstand gegen die Türken im Jahr 1821 und zwar daS Interesse des gebildetenPublikums, namentlich der Männer der Wissenschaft, durch die Erinnerung an die glorreichenVorfahren derselben, und das, was sie für Kunst und Wissenschaft geleistet, das Interesse desübrigen Publikums aus dem Gesichtspunkte des Ehristentbums und seiner Gefährdung durchdie Türken. Ein Schrey des Entsetzens verbreitete sich überall, als man die Kunde von denGrausamkeiten vernahm, welche die Türken gegen die griechische Bevölkerung, zum Theil auchgegen die übrigen Ehristen anwendeten, um den Aufstand zu unterdrücken. Feurige Gebete stiegenzum Himmel empor für die Erhaltung der Griechen, kühne Hoffnungen, als man vernahm, daßsie entschlossen seyen, ihren Unterdrückern kräftigen Widerstand entgegen zu setzen, als die Nach-