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Memorabilia Tigurina oder Chronik der Denkwürdigkeiten der Stadt und Landschaft Zürich / von Friedrich Vogel
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358
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regnete es an 31 Tagen meistens wiederholt oder in einem fort. Im Heumonat donnerte esnur zwey Male dazwischen, und vom 17. bis 30. kamen mit kleinern Unterbrechungen schöneSommcrtage der frühern Ernte zu lieb.; dagegen waren vom 10. bis 19. August drey heftigeGewitter und außerdem fünf komplete Regentage. Das letztere dieser Gewitter, in der Nachtdes 13., entzündete zu Hackab bey Basserstorf ein neuerbautes Haus sammt Scheune, wobey5 Stück Vieh mitverbrannten. Erst das letzte Drittheil des Monats war wieder schön unddurch ein einziges Gewitter (am 25.) abgekühlt. Der größere Theil des Hcrbstmonats war aberkühl und trüb oder regnerisch, vom 16. bis 20. sogar fast ohne Unterbrechung Regen herab-gicßend; in der Nacht auf den 20. machte die Sihl von Hvlzspcltcn und Bäumen, die sie mit-schwemmte, gesteckt einen Durchbruch in den Schauzengraben oberhalb dem Sihlhölzchen bey Zürich und brachte die der Stadt nächstgelegcne Mühle in eine nur mit großer Anstrengung abgewendete Ge-fahr. Ungleich freundlicher gestaltete sich die Zeit nach der Tag- und Nachtgleiche. Vom 24. Herbst-monat bis znm 5. Wintermonat war, mit Ausnahme der windig-regnerischen Tage vom 16.bis 20. Weinmonat und der beyden letzten Tage im Herbstmonat, fast beständig Sonnenschein,wenn auch zuweilen kaltwindig oder kaltncblig eingeleitet. Am 2. zog eine glänzende Feuer-kugel in ostnordöstlichcr Richtung über das Thal des Zürichsee's . Die Weinlese fiel im Ertragsehr reich, in der Qualität freylich mittelmäßig und sogar nicht völlig an 1828 reichend aus.Auch die übrigen Einsammlungen dieses Jahrs waren gar wohl ausgefallen und die Witterunghatte allen Produkten der Erdgewächse gleiches Recht gehalten. Der Wintermonat stellte sicham 6. und 9. mit Schnee ein, der sich indeß in Regen oder Riesel umwandelte. Es folgtennoch ein Paar schöne Tage (10., 11.), dann eine Reihe stiller und trüber, zum Theil regneri-scher, bis zu Ende des Monats. Der Christmonat war durch heftige Winde in Macht undZahl noch ausgezeichneter, als derjenige, der dem I. 1822 voranging, gewesen war. An 10 Tagenund in 7 Rächten erreichte der Wind beynahe oder völlig (am 17. und 18.) den dritten, in derSylvesternacht sogar den vierten Grad, indem er nicht nur einzeln stehende Bäume ausriß,sondern anch im Vorholz mehrerer Waldungen beträchtliche Einbrüche that. Während desselbenfand ein vierjähriges Kind, das auf einem Brücklein stand und gegen ihn den Wiederhast ver-lor, seinen Tod im BacheAa". Am 13. war auch ein Schiff nahe bey Zürich versunken,es konnte aber Alles noch gerettet werden. Den 21. war in der Nacht ein Gewitter; auch am23. donnerte es zum Regnen. Die Limmat und der Zürichsee erreichten um diese Zeit eineHöhe wie selten im Sommer. In den Zwischcntagen war im Anfang des Monats Regen,dann (11. bis 14.) Schnee, später (15. bis 27.) die Sonne vorherrschend. Die Beobachtungder totalen Moudfinsterniß, welche am zweyten Weihnachtstag, Abends von 8 Uhr 17 Minutenbis 11 Ubr 54 Minuten dauerte und in der gänzlichen Verfinsterung von 9 Uhr 16 Minuten bis10 Uhr 55 Minuten anhielt, war durch eine schöne, belle 'Nacht begünstigt und machte sich auchdenen, die nicht an die auf heute angekündete Erscheinung dachten, durch sehr zunehmendenGlanz der Sterne bemerkbar, zwischen denen vom Vollmond jede Spur allmälig dahinschwand.Auch die kleinere Sonueufinsterniß in den frühern Morgenstunden des 17. Heumonat war leichtund vollständig zu beobachten möglich gewesen; im Mittel um 6 Uhr 11 Minuten hatteder Schatten etwas mehr als >/- der Sonnenscheibe von oben her eingenommen.