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Memorabilia Tigurina oder Chronik der Denkwürdigkeiten der Stadt und Landschaft Zürich / von Friedrich Vogel
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Jahrhundert berühmt durch den Lehenmann Jakob Guyer , genannt Kleinjogg oder der philoso-phische Bauer, in ein Erblehen verwandelt. In dem bemeldten Jahr wurde ein dem Armengutgehörendes Häuschen zu einer Armenwobnung gewidmet, in welcher seither 4 6 Almosen-gcnössige zinsfrey beherbergt werden. Ao. 1830 machten die Rümlanger sehr bald lebhaftePartey für die neue Ordnung der Dinge und stellten etwas vorschnell einen Freyheitsbaumauf, der nachher in einer Karrikatur, in welcher der Baum in einen großen Strumpf einge-hüllt ist und an dessen Fuß Mehrere sich mit Lismen beschäftigen, lächerlich gemacht wurde.Ao. 1831 verkaufte der Staat den sehr bedeutenden Mühlengewerb, der am Ufer der Glattliegt, für 38,160 fl., 1833 die Pfrundgüter, bestehend in circa 3 Vrlg. Baumgarten, >/r

Juch. Pünten und 3 Vrlg. Reben, für 1505 fl. Seit 1835 fanden die Neutäufer in dieserGemeinde ziemlichen Anhang und brachten es dahin, daß mehrere Eltern die Taufe ihrer neu-gebornen Kinder verweigerten, andere den Austritt aus der Landeskirche erklärten, die kirchlicheBeerdigung ablehnten, ihre Kinder dem Religions- und Schulunterricht entzogen u. s. f., undnachdem sie hiefür empfindlich gestraft wurden, sich zu Entfernung ihrer herangewachsenen Kin-der entschlossen. Die Reizungcn und verdammenden Urtheile, welche sich die Neutäufer gegendie Ankänger der Landeskirche erlauben, veranlaßten schon einige Erccsse, welche die Behördenvergeblich zu verhindern trachteten. Ao. 1837 wurde die alte Schulstnbe, die mit der Kircheunter dem gleichen Dache liegt, auf Gemeindskosten für eine freywillige Mädchenschule einge-richtet. Diese steht unter spezieller Aufsicht einer Frauen-Commission und unter Leitung einerLehrerinn, deren Besoldung aus Schulgeldern und Privatbeyträgen bestritten wird, welche esmöglich machen, circa i/g der Schülerinnen das Schulgeld, Nähkissen und Scheere zu schenken.Es ist auch Vorsorge getroffen, die ärmeren Schülerinnen mit Arbeitsstoff zu versehen unddenselben mit etwelchem Verdienst auch Anlaß zu einigen Ersparnissen zu geben; im I. 1838betrug die Zahl der Schülerinnen 34.

Das Uebrige, siehe Glatt-Eorrektion und Feuersbrünste (1827).

Rüschlikon .

Diese Gemeinde, welche sich im I. 1709 von Kilchberg abtrennte, neben dem Dorf meh-rere Höfe und unter andern auch das Nydelbad umfaßt, zählte in der Mitte des vorigenJahrhunderts 600 Seelen, gegenwärtig 850.

Rüschlikon bildet in kirchlicher Beziehung eine Filialgemeinde, d. h. dieselbe bat kein eigenesPfarrhaus, sondern der Pfarrer ist genöthigt, von seinem Wohnort aus die Gemeinde zu be-suchen und nachdem er daselbst die Geschäfte verrichtet hat, wieder zurückzukehren. Der gegen-wärtige Pfarrer, Hr. Hs. Eonrad Hirzel, welcher im Traubenberg, Gemeinde Zollikon , wohnte,bereiste mehrere Jahre seine Gemeinde, es mochte Wetter seyn, wie es wollte, zu Schiff, d. h.er setzte über den See.

Im I. 1822 erbaute die Gemeinde ein neues Schulhaus in bedeutend vergrößertem Maß-stab, indem von dem daran gebauten Gcmeindhaus ein großer Theil dazu genommen wurde.Dasselbe enthält nebst der Schulstube auch eine Lehrcrwohnung und kostete beyläufig 3000 fl.,die theils durch freywillige Beyträge, das übrige aus dem Gemeindgut bestritten wurden. DieTaverne ward aus dem Gemeindhaus weggenommen und an einen Gemeindsbürger verpachtet.